Strategie: Renault setzt auf Elektroautos

02.10.2008 11:58 Uhr
Renault-Nissan Chef Carlos Ghosn setzt für die Zukunft klar auf das Elektro-Auto.
© Foto: Renault/AHO-Montage

Das Bündnis von Renault und Nissan setzt für die Zukunft klar auf das Elektro-Auto. "Man muss sich entscheiden." erklärte Konzernchef Carlos Ghosn die Strategie seines Unternehmens, das 2012 ein neu entwickeltes Fahrzeug auf den Markt bringt.

Das Bündnis von Renault und Nissan setzt für die Zukunft klar auf das Elektro-Auto. "Wir haben alle technischen Lösungen vom sauberen Diesel über den Hybridantrieb bis zu Biotreibstoff", sagte Konzernchef Carlos Ghosn am Donnerstag in Paris. "Alle Hersteller geben derzeit Erklärungen zu allen Technologien ab, über die sie verfügen. Jetzt müssen wir uns entscheiden, worauf wir setzen." Es gebe Prognosen, dass 2016 in der Welt zehn Millionen E-Autos verkauft würden. Davon entfielen 50 Prozent auf die USA und 20 Prozent auf Europa. Das Problem sei nicht die Nachfrage, sondern die Fähigkeit zum Angebot, sagte Ghosn. "Die Investitionen in die Fertigung von zehn Millionen Batterien und zehn Millionen Autos sind kolossal." Renault Nissan habe mit Israel, Dänemark und dem US-Staat Tennessee Abkommen über die Einführung von E-Autos geschlossen, sagte Ghosn. "Man darf das Interesse der Städte und Staaten für emissionsfreie Autos nicht unterschätzen." Aber praktisch alle Länder gingen beim Aufbau der Infrastruktur unterschiedliche Wege. Ein neu entwickeltes E-Auto wird laut Ghosn 2012 auf den Markt kommen. Davor gebe es E-Autos auf der Basis herkömmlicher Modelle. Die USA wollten 25 Milliarden Dollar in die Entwicklung der neuen Technologie investieren. Renault Nissan könne davon profitieren. "Das Elektroauto ist nicht nur ein Stadtauto." "Jedes Unternehmen hat jetzt ein Cash-Problem" Ausgesprochen vorsichtig äußerte sich Ghosn zur Finanzkrise. "Jedes Unternehmen hat jetzt ein Cash-Problem", sagte er. "Wir sind nicht unabhängig von der Krise." In den USA sei vor zwei Wochen zeitweise der ganze Geldmarkt eingefroren. Renault habe aber keine Kreditklemme. "Wir haben sichere Kreditlinien." Die Finanzierung der Autoverkäufe werde aber schwieriger. "Das betrifft alle Hersteller." In den USA, wo der Markt im September um 26 Prozent eingebrochen sei, schrumpfe der Leasingbereich. Prognosen und Schlussfolgerungen wollte Ghosn noch nicht wagen. "Wir sind heute inmitten der Krise. Einzig sicher ist: Diese Krise wurde unterschätzt." Renault passe seine Fertigung an. Am 23. Oktober will Renault zur Quartalsentwicklung Stellung nehmen, im Februar zur Erwartung für 2009. (dpa)

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