Renault will nach einem Zeitungsbericht durch den Einstieg beim russischen Branchenprimus Awtowas (Lada) zum größten ausländischen Autobauer in Russland werden. Die Franzosen hätten Awtowas die Gründung eines Joint Venture zur Produktion von etwa 450.000 Einheiten pro Jahr vorgeschlagen, die dem Renault Logan "sehr ähnlich sein sollen", berichtete die Moskauer Wirtschaftszeitung "Wedomosti" am Freitag unter Berufung auf Unternehmenskreise. Renault wolle 50 Prozent der Anteile am Gemeinschaftsunternehmen halten und zur Sicherheit auch eine Sperrminorität an Awtowas selbst übernehmen. Analysten in Moskau schätzen 25 Prozent der Awtowas-Anteile auf 400 Mio. US-Dollar. Das Geschäft müsse aber vom Kreml abgesegnet werden. Renault-Chef Carlos Ghosn war Anfang Juni in Moskau nach einem Treffen mit Präsident Wladimir Putin mit den Worten zitiert worden, ohne Putins Unterstützung sei jede Kooperation sinnlos. Sollte der Kreml einlenken, dürfte Renault zu dem mit Abstand größten ausländischen Autoproduzenten in Russland aufsteigen. Ford prüft erst die Möglichkeit, die Kapazität seiner russischen Fabrik von derzeit 60.000 auf 72.000 Wagen im Jahr aufzustocken. Toyota wird ab 2008 knapp 50.000 Fahrzeuge produzieren. Das Moskauer Renault-Werk Awtoframos soll den Jahresausstoß 2006 auf 80.000 Autos bringen. Der Volkswagen-Konzern will 2009 eine Fabrik mit einer Jahresleistung von 115.000 Einheiten in Betrieb nehmen. (dpa)
Renault setzt auf Russland
Zeitung: Konzern möchte größter westlicher Autobauer werden