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Für Renault entwickelt sich das Russland-Engagement immer mehr zu einem Millionengrab.
Russischer Partner
Renault verliert Einfluss bei Avtovaz
Eineinhalb Jahre nach seinem Einstieg bei Avtovaz verliert Renault beim größten russischen Autobauer ("Lada") an Einfluss. Der französische Avtovaz-Geschäftsführer Yann Vincent verlässt den Konzern und wird durch den Russen Igor Komarow ersetzt. Auch die von Renault entsandten Experten könnten nach Frankreich zurückgeholt werden, berichtet das Pariser Wirtschaftsblatt "Les Echos" (Freitag). Hausbank von AvtoVAZ ist die Staatsbank Sberbank, die in das Projekt des zweiten russischen Autobauers GAZ, zum Einstieg bei Opel eingebunden ist (wir berichteten). In Russland kursierten Pläne, Avtovaz , GAZ und Opel in einem russischen Verbund zusammenzuführen, schreibt das Pariser Finanzblatt "La Tribune" (Freitag). Renault strebe das aber nicht an und halte an seinem Engagement bei Avtovaz fest. Der bisherige Avtovaz-Finanzchef Komarow wird laut "Les Echos" zuständig für Strategie, Finanzen, Produktion, Einkauf, Forschung und Entwicklung und damit im Konzern praktisch allmächtig sein. Präsident Boris Aleschin, ein früherer Mitarbeiter von Wladimir Putin, kümmere sich um die Beziehungen zur Regierung und zu Aktionären wie Renault. Aleschin erklärte, es würden nur vorübergehend keine Franzosen im Vorstand sitzen. Der mit Nissan verflochtene Konzern Renault hält 25 Prozent plus einer Aktie an Avtovaz. Renault hatte im Rennen um Avtovaz sowohl Fiat als auch den kanadischen Automobilzulieferer Magna ausgestochen. Doch der Zeitpunkt war unglücklich: Der als extrem expansiv eingeschätzte russische Automarkt ist in der Krise kräftig eingebrochen, und Avtovaz schreibt hohe Verluste. Die Verjüngung der Lada-Palette mit Technik von Renault und Nissan ist nicht mehr vorrangig. Der Wert der Renault-Investition sank Schätzungen zufolge von 630 auf 130 Millionen Euro. "Renault lässt Zügel schleifen" Das Pariser Finanzblatt "La Tribune" analysierte: "Im vom Kreml geförderten nationalistischen Klima lässt Renault bei seinem Partner Avtovaz die Zügel schleifen." Komarow sei ein Mann der Staatsholding Ros Technologij. Renault habe nun als dritten Vertreter im Avtovaz-Verwaltungsrat Christian Estève entsandt, den Chef der russischen Renault-Tochter Avtoframos, die den Dacia Logan in Russland fertigt. Estève solle für gute Beziehungen zur russischen Regierung sorgen. (dpa)
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(Foto: Renault/Archiv/AHO-Montage)
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