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Michael Bergmann: Umweltprämie nicht für Restwertverfall verantwortlich.
Eurotax-Schwacke
Restwerte weiter im Sinkflug
Risikomanagement bei den Restwerten ist das Gebot der Stunde für die Autohändler. "Es gibt keine Bad Bank. Die Werte sind weg", sagte Eurotax-Schwacke Geschäftsführer Michael Bergmann am Dienstag in Frankfurt. Er zerstreute damit Hoffnungen, der Markt könne sich wieder erholen, und der Handel könne die verlorenen Werte später wieder realisieren. Bergmann präsentierte eine Studie des Fahrzeugbewerters, die zu dem Ergebnis kommt, dass die Restwerte zum Beispiel von Oktober 2008 bis April 2009 bei den dreijährigen Fahrzeugen um durchschnittlich 6,2 Prozent gefallen sind. "Wenn man die Risiken über alle Segmente im deutschen Markt aus dem Jahr 2008 addiert, kommt man auf 3,1 Milliarden Euro Verluste." Zwischen 2005 und 2008 seien die Restwerte dagegen "nur" um 3,4 Prozent gesunken. Der Verfall habe sich somit seit der Wirtschaftskrise beschleunigt. Das sei aber nicht der Abwrackprämie zuzuschreiben, betonte Bergmann: "Die Ursache liegt vielmehr in der chronischen Produktionsüberkapazität der Automobilindustrie, die in der Vergangenheit zu einem stetig steigenden Rabattniveau führte." Und nächstes Jahr werde es noch schlimmer: Da die Abwrackprämie zu vielen Vorzieh- und Mitnahmeeffekten geführt hat, geht Eurotax davon aus, dass nächstes Jahr eine Million Neuwagenverkäufe an Privatpersonen fehlen werden. Da der Firmenkundenbereich etwas anziehen werde, werden die reinen Neuzulassungen gegenüber dem Prämienjahr 2009 "nur" um 20 Prozent zurückgehen. Aber: "Private Käufer werden auch 2010 die gleichen Rabatte fordern wie 2009." Der harte Kampf um die verbleibenden Kunden entwickle sich also zu einer weiteren Rabattschlacht und werde damit zu weiter sinkenden Restwerten führen. Der Fahrzeugbewerter geht davon aus, dass die Restwerte in den nächsten fünf Jahren das Niveau von 2008 nicht mehr erreichen werden. Restwertmanagement realistisch planen Händlern rät Bergmann deshalb dringend zum Restwertmanagement mit einer realistischen Volumen und Gesamtkosten-Planung. Voraussetzung dafür sei, dass die Betriebe sich zunächst über das Risiko, das die künftigen Leasingrückläufer für sie bedeuten, klar werden. Dann müssten aus der spezifischen Situation Handlungsoptionen überlegt werden. "Für die einen Händler kann es sinnvoll sein, Fahrzeuge früher aus dem Leasing zu holen, andere sollten vielleicht versuchen, Leasingverträge zu verlängern." Eurotax bietet für das Restwerte-Risikomanagement ein eigenes Tool an. Darin kann auch simuliert werden, was passiert, wenn man Leasingverträge verlängert oder verkürzt. (dp)
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(Foto: EurotaxSchwacke)
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