Samstag, 26.05.2012
11.05.2009
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Frage der Woche

Restwertrisiko aus Leasingverträgen juristisch klären?

Das Restwertrisiko aus Leasingverträgen wird in Deutschland einseitig dem Autohandel aufgebürdet, obwohl die Händler hinsichtlich der Konditionen kaum eigenständige Gestaltungsmöglichkeiten haben. Leasinggeber wie Herstellerbanken und Leasinggesellschaften setzen die Vorgaben fest. AUTOHAUS Online wollte in der vergangenen Woche von seinen Lesern wissen, ob das Deutsche Kfz-Gewerbe die bestehenden Regelungen vor Gericht klären lassen sollte? Das Ergebnis der Stichprobe ist eindeutig: Acht von zehn Umfrage-Teilnehmern (82 Prozent) sehen den ZDK in der Pflicht und erhoffen sich eine juristische Klärung der Grundsatzfrage, ob die aktuellen Restwert-Regelungen überhaupt zulässig sind. 13 Prozent sprechen sich gegen eine Überprüfung vor Gericht aus. Für fünf Prozent ist das Thema überhaupt nicht von Interesse. Insgesamt wurden knapp 2.500 Stimmen abgegeben. (AH) Was denken Sie: Sollte der Branchenverband die Leasingproblematik in Angriff nehmen oder lieber die Füße stillhalten? Schicken Sie uns Ihren Kommentar! Sie finden die Funktion dazu wie immer unter diesem Artikel!

 
 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

15. Mai 2009 13:34
Wilfrid Schweiger meint:
Es ist überhaupt nicht einzusehen, warum der Händler das Restwertrisiko tragen soll/muss oder von der Gnade seines Lieferanten abhängig wird/ist.
Würden die Banken das Risiko, wie schon in alter Vergangenheit, tragen müssen, hätten wir mit Sicherheit keine bzw. deutlich weniger Restwertprobleme.
So aber haben Hersteller und Herstellerbank gleich drei Fliegen mit einer Klappe erschlagen:Umsatz/Stückzahl, Ergebnis und kein Risiko. Wirklich genial!
Was waren das noch für Zeiten, als wir mit Freuden den Banken auf Gutachtenbasis die Autos abgenommen haben. Da konnte man noch Geschäfte machen und Unternehmer sein.
Was ist passiert? Haben wir geschlafen? Sind wir doof? Nein, wir sind genauso der Vision erlegen, es könne nur nach oben gehen und mehr, mehr, mehr!! Bewahrheitet sich doch einmal mehr die alte Volksweisheit: der liebe Gott sorgt schon dafür, dass die Bäume nicht in den Himmel wachsen.
In diesem Sinne: wachen wir auf und führen den Kampf David gegen Goliath. Die Zeit ist auf unserer Seite:


12. Mai 2009 18:22
Striker meint:
Die Diskussion zeigt, dass es sich um ein Thema von hoher Brisanz handelt, das nicht nur sachlich, sondern auch emotional behandelt werden möchte.

Rein sachlich könnte man der Auffassung einiger Diskutanten folgen, wonach ein Händler als Vollkaufmann handelt und demnach seine Unterschrift nicht unter Vetragswerke setzen sollte, von denen er nicht nur nicht überzeugt ist, sondern sogar schon bei Vertragsabschluss weiß oder zumindest annehmen kann, dass es sich um reine Verlustgeschäfte handelt. In einem funktionierenden Markt mit Akteuren, die nach rein wirtschaftlichen Gesichtspunkten entscheiden können, würde ich das ebenfalls so sehen.

Doch leider ist dem nicht so. Am längeren Hebel unseres Geschäftsmodells sitzen nun einmal die Hersteller, nicht die Händler. Das deutsche Vetragshändlersystem ist ziemlich gewaltig auf Volumen, und nichts als Volumen ausgerichtet. Die Qualität der Geschäfte aus Sicht der Händler spielt allen Dementis der Hersteller zum Trotz für diese nur eine untergeordnete Rolle. Die herstellereigenen Leasinggesellschaften spielen dabei die Rolle des Preisbrechers. Über massive Marketingmaßnahmen sorgen sie dafür, dass die Höhe der Leasingraten praktisch vorgezeichnet ist. Gleichzeitig wird über die Verkaufssteuerungssysteme sichergestellt, dass günstige, sprich marktkonforme Leasingkonditionen, nur dann an den Kunden gebracht werden können, wenn ihre politisch motivierten Restwertempfehlungen verwendet werden. Diese liegen wissentlich über den real erzielbaren Restwerten, allein um die eigene Marke möglichst günstig zu etablieren.

Und nun setzt der emotionale Teil ein. Die Händler stehen rundum unter Druck: Die Kunden erwarten diese günstigen Raten, die Hersteller erwarten die Erreichung der Jahresziele, die werkseigenen Leasinggesellschaften knebeln neben den oben beschriebenen Methoden mit günstiger Refinanzierung (wenn das vermittelte Volumen stimmt), die Hausbanken halten die Linien knapp (=Liquiditätsverknappung) und in den Netzen, in denen die Hersteller Niederlassungen bzw. eigene Vetriebsgesellschaften betreiben, wird munter Volumen auf Teufel komm raus gemacht. Da sitzt dann meist das Hemd näher als die Hose, frei nach dem Mot Wer weiß schon, was in 36 Monaten sein wird?!

Bitte nicht falsch verstehen: Am Ende ist der Händler für sein Unternehmen verantwortlich. Er hat zu entscheiden, welche Geschäfte gemacht werden, welche besser nicht. Aber es ist eben nicht so schwarz/weiß, wie hier manchmal dargestellt. Manchmal gibt es eben viele Wahrheiten. Ich denke, der ZDK ist gut beraten, das Ganze juristisch zu bewerten und dann abhängig von diesem Ergebnis eine Entscheidung zu treffen.


12. Mai 2009 15:19
Hhaalloo meint:
Hi,

ich kenne ja eure Bank nicht aber meine 2 Stammbanken lssen eine Restwertabsenkung bis auf 10% in jeder Kalkulation zu. Das die Bank und der Hersteller erst mal mit 56% Restwert in die Werbung für mich geht ist doch nur eine Argumentationsfrage gegenüber dem Kunden beim Verkaufsgespräch.
Was viele vergessen ist der Umstand das der Restwert dann mein Händlereinkauf ist. Also runter damit. Dem Kunden dann noch 4 Reifen, eine Bremse usw. abknöpfen wollen ist auch mehr als komisch. Wofür least er denn? Wegen der Kostensicherheit. Ihr macht euch selber das Leben schwer. Jetzt die Schuld bei Banken und Herstellern zu suchen - nee, nich wirklich oder ? :-(
So wird Leasing als Absatzinstrument in Verruf gebracht. Nicht weil der Kunde oder die Bank Fehler gemacht hat sonder weil der Verkauf nicht nachhaltig denkt.

Internette Grüße

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