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Doris Plate
Kommentar
"Rette sich, wer kann"
von Doris Plate (Redakteurin AUTOHAUS, Leitung Fabrikate)
Die Nolte-Gruppe vertreibt künftig auch Volkswagen, die AVAG macht in München Ford, Ebbinghaus wird Kroymans-Nachfolger bei Ford in Dortmund. Immer mehr Opel-Händler übernehmen andere Marken, um ihr Überleben zu sichern. Schon länger haben die einst exklusiven Partner des Blitz andere Marken im Portfolio, denn der Marktanteil der Volumenmarke hat in den vergangenen Jahren schon stark abgenommen. Jetzt wird es aber noch härter, schließlich geht das Gezerre um die Opel-Übernahme schon Monate. Und ein Ende ist noch nicht in Sicht. Gleichzeitig benützt der Hersteller aus Rüsselsheim seine Händler als Bank: Die Partner sind es, die den kränkelnden Produzenten seit Monaten am Leben erhalten. Während die Marke großflächig mit Vergünstigungen wirbt (2.500 bis 3.500 Euro beim Astra, 4.000 beim Zafira, 1.500 bei Meriva und Corsa) müssen die Händler diese Summen, die automatisch jedes Geschäft für sie zuerst einmal zum Minus-Geschäft machen, vorstrecken. Anschließend warten sie bis zu fünf Wochen bis zum nächsten Zahlungslauf und hoffen, dass die Adam Opel GmbH bis dahin nicht Insolvenz angemeldet hat und sie die von ihnen vorgestreckte Verkaufsförderung nicht mehr erstattet bekommen. Kein Wunder, dass da so mancher Opel-Händler nicht mehr ruhig schläft angesichts sechs- und siebenstelliger Beträge, die er da als Außenstände verzeichnen muss. Schon wenn einer 30 Astra verkauft hat, hat er 100.000 Euro an Verkaufsförderung von Opel zu bekommen! Darauf basiert vor allem die Angst vor der Insolvenz des Herstellers. "Wenn Opel morgen Pleite macht und unsere Forderungen nur noch zur Insolvenztabelle angemeldet werden können, können wir auch zumachen", heißt es landauf landab in den Betrieben. Da hilft dann auch die zweite, dritte oder vierte Marke nicht mehr. Dafür müsste die Bundesregierung mit ihren "Hilfsmitteln" sorgen, dass die Händler nicht auf ihren Forderungen sitzen bleiben. Und die Arbeiter in den veralteten Werken in Bochum und Kaiserslautern brauchen neue Jobs. Auch dafür sollte sich Berlin einsetzen. Ob Opel dann noch gebraucht wird, ist eine andere Frage. Wenn die Folgen für die Betroffenen abgemildert werden, kann über eine Planinsolvenz nachgedacht werden. Denn, wenn man sich anschaut, dass der Hersteller derzeit seinen "Partnern" zur geplanten Einführung des neuen Astra am 6. Dezember Pakete mit luxuriös ausgestatteten Christbäumen, die zu Verkaufspreisen über 30.000 Euro führen, aufs Auge drückt, muss man feststellen, dass die Marke offenbar immer noch nichts gelernt hat.
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(Foto: AHO)
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