Samstag, 26.05.2012
25.07.2005
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Rover: Nanjing Automobile macht überraschend das Rennen

Der chinesische Autokonzern Nanjing Automobile hat den insolventen britischen Autohersteller MG Rover gekauft. Der Staatskonzern will auch künftig im Vereinigten Königreich Fahrzeuge produzieren. Wie britische Sonntagzeitungen berichteten, will Nanjing auf der britischen Insel 2.000 neue Arbeitsplätze schaffen und mehr als 80.000 Autos pro Jahr bauen. Der Kaufpreis wurde inoffiziell mit umgerechnet 72 Mio. bis 86 Mio. Euro beziffert. Ein Teil der Auto- und Motorenproduktion soll von Birmingham nach China verlagert werden. In Großbritannien sollen nach den Berichten weiter MG-Sportwagen hergestellt werden, in China jährlich 200.000 Fahrzeuge der Marke Austin. "Der Kauf von Rover eröffnet Nanjing die Möglichkeit, eine Präsenz in Europa aufzubauen, hochwertige MG-Autos in Großbritannien zu bauen, ergänzt durch die Massenproduktion von Autos in China", zitierte die Zeitung einen Vertreter des chinesischen Unternehmens. Der letzte selbstständige britische Autoproduzent war im April dieses Jahres am Ende. Die Insolvenzverwalter hatten umgehend 5.000 der 6.000 Beschäftigten gekündigt und das Roverwerk in Birmingham stillgelegt. Zuvor waren Übernahmeverhandlungen mit der chinesischen Shanghai Automotive Industrial Corporation (SAIC) gescheitert. Rover hatte zuletzt pro Monat einen Verlust von bis zu 37 Mio. Euro gemacht. Zu klein und inkompetent? Britische Gewerkschaftsvertreter zeigten sich enttäuscht darüber, dass Nanjing und nicht SAIC das Rennen um Rover gemacht hat. "Nanjing hat nicht das Management, um eine Automobilproduktion außerhalb von China zu managen", sagte Tony Woodley, Generalsekretär der Transport & General Workers Union. Laut unbestätigten Medienberichten beschäftigt Nanjing derzeit 16.000 Mitarbeiter in China und produziert 180.000 Pkw und Lkw jährlich. Nach eigenen Angaben hat das Unternehmen 2004 Verlust gemacht. Was genau Nanjing erworben hat, ist derzeit unklar. Die Immobilien sind durch die Vorbesitzer verkauft worden und die Konstruktionsrechte für die Modelle Rover 25 und 75 liegen bei SAIC. SAIC behauptet zudem, Eigentumsrechte an der MG-Sportwagen -Konstruktion zu haben. Diverse Markenrechte liegen ferner bei BMW und bei Honda (Rover 45). (dpa/pg)

 
 
 
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