Freitag, 25.05.2012
10.09.2008
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General Motors

Russland als neues Eldorado

Der Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) setzt angesichts der schwächelnden Autokonjunktur in Westeuropa auf einen Ausbau des Geschäfts in Russland. Die Kernmarke Opel werde dort in diesem Jahr rund 100.000 Fahrzeuge absetzen, sagte GM-Europachef Carl-Peter Forster bei einer Veranstaltung des Wirtschaftsmagazins "Capital" am Mittwoch in Berlin. Dies sei "noch nicht das Ende der Fahnenstange". Im vergangenen Jahr hatte Opel 66.000 Neuwagen in Russland verkauft. Wann die Nachfrage in Westeuropa in Schwung komme, sei nicht vorherzusagen. Die von der IG Metall angepeilte Forderung von sieben bis acht Prozent mehr Geld für die anstehende Tarifrunde sei "kein positives Signal". Dies gebe die Branchenlage nicht her. Forster bekräftigte, der Konzern wolle Autos weiterhin dort bauen, wo sie verkauft würden. Deswegen halte General Motors "stur an den westeuropäischen Standorten auch in Hochlohnländern wie Großbritannien und Deutschland" fest. Er verwies darauf, dass auch in osteuropäischen Ländern wie Polen ein zunehmender Lohndruck zu spüren sei. Die Angleichung an das westliche Niveau sei erstaunlich schnell. In Russland wolle GM mit dortigen Partnern zusammenarbeiten und setze wegen hoher Einfuhrzölle auf eine Produktion im Land. Der Marktanteil von derzeit etwa zehn Prozent solle erhöht werden. Dabei zeige sich, dass neben der Basismarke Chevrolet auch Opel schon unerwartet stark gefragt sei. Es gebe großes Interesse einer oberen Mittelschicht, die eine deutsche Marke kaufen wolle, sagte Forster. Rennen um Öko-Antriebe noch offen Mit Blick auf die Klimadiskussion beklagte der GM-Manager, dass es in Europa einen "Förderungs-Flickenteppich" etwa bei Biokraftstoffen gebe. Insgesamt sei in der Branche noch offen, welche neuen Technologien sich am Ende durchsetzen dürften. Bei Elektroautos müsse vor allem daran gearbeitet werden, die psychologisch schwierige Frage kurzer Reichweiten zu lösen. Zudem seien die Kosten noch hoch. (dpa)

 
 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

11. September 2008 10:22
Diego Matzenauer meint:
Na, denn Prost!

GM sieht also den "Markt der Zukunft" im Osten, nahe Väterchen Frost.

Das ist gut und auch legitim - gerade vor der in sich zusammenfallenden Kulisse im Heimatland USA.

Was aber mehr als nachdenklich stimmt, ist die Art und Weise wie Opel hier, in seinem Ursprungsland, mit dem Markt und insbesondere seinen Händlern umspringt.

Man führe sich einmal vor Augen: vor etwas mehr als 10 Jahren hat man noch fröhlich von der "Nummer 1 in Deutschland" geträumt und Fussbälle mit "17%" bei Händlermeetings ins Publikum geschossen.

Heute wäre Opel froh wenn man noch zumindest einen zweistelligen Marketanteil hätte...... All die Ausreden von Kostendruck, neuen Wettbewerbern etc. kann man doch nicht ernsthaft wie eine Durchhalteparolen zu Ende des letzten Weltkrieges vor sich hin trällern! Denn mal nebenbei angemerkt: VW hat sich all diesen Widrigkeiten auch stellen müssen und schwebt in ähnlichen Marktanteilssphären wie in den mittleren 90ern.


Groß angekündigte Imagekampagnen ("Wir setzen auf unsere Innovationen, den neuen Slogan "Entdecke Opel" und nehmen Abschied von Preisknalleraktionen!") sind kaum wahrnehmbar, stattdessen tankt der Kunde für nur einen Euro oder braucht nur die Hälfte anzuzahlen.

Und liebe Werbe"experten" bei Opel (oder McCann Erickson): Ein Erstklässler hätte das besser gelöst als ihr - einfach "entdecke" in abgerundeter Schrift über das alte Logo zu pappen...

Trotz aller (gerade design-) technischen Fortschritte könnte man sich die Haare ausraufen wenn man sieht wie eine solche Traditonsmarke zugrunde gerichtet wurde!

Ein Trauerspiel, bei dem Forster, Visser und Co. doch nicht wirklich ernsthaft vorhaben, hier irgendwas anderes hinzubekommen als "die schwarze Null"?! Russland wird´s schon richten und da kann man in der Heimat auch bald mal auf ein Stufe mit Ford abrutschen........

Schade, schade!

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