Donnerstag, 09.02.2012
14.10.2008
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Hohes Risiko, kaum Rendite

Saab-Händler kämpfen ums Überleben
von Bernd Dohrmann

Der Verband der Saab-Vertragspartner Deutschland hat auf seiner Mitgliederversammlung kurz vor dem Saab-Händlertag in Dudenhofen deutliche Kritik am Importeur geübt. Zur aktuellen Lage und Zukunft der Marke verwies der Verbandsvorsitzende Frank Jaenicke darauf, dass die Marke wie angekündigt weiterhin im GM-Portfolio sei, man aber "immer wieder mit denselben Problemen kämpfe". Der Verband habe in den vergangenen Jahren zwar viele Ziele erreicht – z.B. Leasing-Förderung, Anschlussgarantie-Konditionen, Vorführwagen-Unterstützung, höhere Werbekostenzuschüsse –, drängende Probleme wie eine neue Finanzierungs-/Leasing-Bank seien aber ungelöst. Jaenicke: "Es ist Aufgabe des Importeurs, eine Bank zu suchen und den Händlern zur Seite zu stellen. Saab ist die einzige Premiummarke ohne eigene Kundenbank als elementares Steuerungs-Instrument." Die Zusammenarbeit mit der GMAC Bank werde von vielen Partnern abgelehnt. In dem an GM übergebenen "Prioritätenplan der Händler" werden in elf Punkten klare Forderungen zur Entlastung der Händler gestellt. "Die Strategie muss das wirtschaftliche Überleben des Handels sichern. Wir haben ein Geschäftsmodell mit 99,9 Prozent Risiko und 0,01 Prozent Rendite. Das ist keine Zukunft", erklärte Jaenicke. Als eine Ursache des Dilemmas sehen die Saab-Händler und -Servicebetriebe die häufigen Geschäftsführerwechsel beim deutschen Importeur: "Seit 1980 gab es 15 Geschäftsführer, die meisten blieben gerade einmal 15 Monate im Amt", beklagte Ex-Verbandsvorstand Masoud Etehad auch gegenüber dem anwesenden Saab Deutschland-Management. Die Instabilität im Management sei verantwortlich, dass "Saab zur Ramsch-Marke" verkomme. Eriksson will nicht "viel ändern" Auch zur Buchhaltung gab es viele Klagen: "Rechnungen funktionieren, Gutschriften nicht." Vertriebschef Hans-Jörg Hänggi, Marketingdirektor Bruno Klein und Aftersales-Leiter Bernhard Plesker führten dies auf Umstellungen des Systems zurück und forderten zur direkten Kontaktaufnahme mit ihnen auf. Den Hinweis vieler Saab-Partner, dass man "inzwischen mit dem Rücken an der Wand steht, während Saab durch unsinnige Aktionen Geld verbrennt", wollte Geschäftsführer Eriksson nicht kommentieren: "Ich will nicht viel ändern, wir brauchen Stabilität und wollen über die Zukunft sprechen, in die wir Ihnen morgen Einblick geben." Im Rahmen der Mitgliederversammlung wurden die bisherigen Vorstände bestätigt, neu wurden Johann Taubenberger aus Bad Tölz und Tobias Kaboth aus Dresden gewählt.

 
 
 

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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

17. Oktober 2008 12:13
Karl- Heinz Lafrentz meint:
Als einen der größten Saab Händler Deutschlands – und das über Jahrzehnte - hat man uns schon im Regen untergehen lassen. Fast 30 Jahre harte Arbeit für Saab Deutschland sind Geschichte und einer der größten Saab Händler Deutschlands existiert nicht mehr. Aber jeglicher Hilferuf verhallte in den Gängen in Rüsselsheim... Denn der Plan für unser Vertriebsgebiet war schon ein völlig anderer, man wollte uns nicht mehr. 30 Jahre harte Arbeit, akkurate Planerfüllung, Teilnahme an Pilotprojekten, ständige Kontaktaufnahmeversuche und eine Nachfolgeregelung scheinen nichts wert zu sein. Aber nicht nur das Management, sondern auch die fehlenden Produkte haben dazu geführt, dass es unseren Handelsbetrieb in Kiel nicht mehr gibt. Heute sind wir heilfroh, nur noch Saab Servicepartner zu sein, wobei auch auf diesem Weg sehr viele Steine in den Weg gelegt wurden! Nicht zielführend sind unter anderem auch die ständigen Geschäftsführerwechsel. Das Ergebnis sind lauter leere Versprechungen die zu keinem akzeptablem Ergebnis führen! Auch die außergewöhnliche Zahlungsmoral können wir bestätigen, denn wären die ausstehenden Prämien ausgezahlt worden, wäre eine Insolvenz eventuell vermeidbar gewesen.
Wenn Saab Deutschland mit dem noch bestehenden Händlernetz so umgeht , wie mit uns, dann haben wir zwar neue Produkte Ende 2009 aber Saab hat kein Händlernetz mehr!


15. Oktober 2008 18:02
Alois Weber meint:
Der gegenständliche Bericht spricht mir aus der Seele. Wir sind seit vielen Jahren der größte Saab Händler in Österreich und haben ähnliche Probleme wie beschrieben. Auch wir haben seit 2002 bereits 5 Saab Verantwortliche gehabt. Den jahrelangen Vertröstungen für neue Modelle und die permanenten Beteuerungen, dass Saab für GM ganz wichtig sei, stehen ein 12 Jahre alter 9-5 und ein Ende 2002 gelaunchter 9-3 dagegen. Wir denken das unsere tolle Marke von GM nicht die Aufmerksamkeit erfährt die sie verdient. Unsere Erfahrung ist, dass Alle gerne Saab fahren aber sonst verkommt die Marke, wie erwähnt, zu einer „ Ramsch Marke“. Wenn der Mutterkonzern nicht voll hinter einer Marke steht wie zB. Beispiel BMW – MINI, oder VW – AUDI – SKODA - SEAT , dann wird es keinerlei Verbesserung geben, den das noch gute Image von Saab ist zuwenig um ein darstellbares Ergebnis mit der Marke zu erwirtschaften. Unser Autohaus ist sicher eines der schönsten, aber trotz Unterstützung von GM Austria haben sich die NW Verkäufe in unserem Haus seit 2002 halbiert. Nun hoffen wir, die nächsten 12 Monate bis zum neuen 9-5 und 9-4X zu überstehen, den wir wollen nicht in Schönheit sterben.
Zur GM Situation wünsche ich mir, dass Herr Forster uns von der maroden Mutter befreit und GM Europe seine Gewinne investieren kann, ohne sie an GM USA abzuliefern. Den das jahrzehnte lange Diktat aus Amerika und die falsche Modell-und Geschäftpolitik aus Detroit haben bis zum Eintreten von Hrn. Forster nur der Entwicklung in Europa geschadet.
Zur Fehlentscheidung des Fiat Deals will man sich nun mit Chrysler vereinen, wo sich bereits Mercedes eine blutige Nase geholt hat.

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