Donnerstag, 09.02.2012
16.01.2009
Share |
"Mogelpackung"

Scharfer Gegenwind für Abwrackprämie

Umweltschützer und Politiker haben die im zweiten Konjunkturpaket enthaltenen Hilfen für die Autobranche scharf kritisiert. Die Verschrottungsprämie und die geplante Umstellung der Kfz-Steuer seien "konjunkturpolitisch weitgehend wirkungslos" und "ökologisch fragwürdig", sagte der Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe (DUH), Jürgen Resch, am Freitag in Berlin. Hier müsse dringend nachgebessert werden. Gerd Lottsiepen vom Verkehrsclub Deutschland (VCD) bezeichnete die Abwrackprämie als "eine 1,5 Milliarden Euro teure Mogelpackung". Der hessische FDP-Spitzenkandidat für die Landtagswahl, Jörg-Uwe Hahn, nannte die Abwrackregelung in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Freitag) ein "Konjunkturprogramm für die Slowakei oder Asien". Die Prämie helfe deutschen Konsumenten nicht, die teureren Modelle aus eigener Herstellung zu kaufen. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) ist dagegen zufrieden. "Mit der Abwrackprämie gehen wir den alten Dreckschleudern an den Kragen und helfen unserer Automobilindustrie", sagte er "Bild.de". Neuwagenkäufer erhalten die 2.500 Euro Prämie für ihren Gebrauchtwagen über den Autohändler oder vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) (Lesen Sie dazu auch HIER). Lottsiepen sagte, die Verschrottungsprämie lade zum Missbrauch ein und schade der Umwelt mehr als sie ihr nutze. Ältere Fahrzeuge seien nicht automatisch umweltfreundlicher als neue. So blase ein neun Jahre alter Benziner weniger gesundheitsschädigende Stickoxide aus als ein durchschnittlicher Diesel-Pkw dieses Jahres. Sinnvoller wäre mehr Geld für den öffentlichen Nahverkehr. "Einladung an die organisierte Kriminalität" Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BdK) befürchtet, dass Fälscher aus Osteuropa die Papiere von alten Autos frisieren, um an den Zuschuss zu kommen. Die Abwrackprämie sei daher eine "Einladung an die organisierte Kriminalität", sagte der nordrhein-westfälische BdK-Vorsitzende Wilfried Albishausen der "Rheinischen Post" (Freitag).

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: CO2-basierte Kfz-Steuer im Kreuzfeuer

 
 

Zurück Artikel bookmarken Kommentar abgeben Artikel drucken Heft-Abo
 

KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

19. Januar 2009 10:09
MR.T meint:
GLÜCKWUNSCH !
An alle diesen tollen Händler, die nur Mietfzg. und Re-Import-Fzg. etc auf dem Hof stehen haben... die sollen ja offiziell nicht unter "Jahreswagen" fallen.
Jahreswagen sind ja nur Fzg., die nicht älter als 1Jahr sind UND! auf den Hersteller bzw ein AH zugelassen waren. Haben da VW und Opel ihre Finger drin ?!?! ;) Tja und was ist mit "der Händler gibt die 2500€ aus" - also streckt sie im Prinzip vor ??? Pleitewelle ahoi! Oder wer glaubt wirklich, dass der Staat schnell bezahlt ;)

By the way: Umweltschutz ?!?!? ...seh ich anders

PS: ja ja ja... ich moser nur rum!


16. Januar 2009 18:20
S.Walliser meint:
Dass es kaum nach Verabschiedung des Pakets sofort die ersten Umkenrufe geben würde war abzusehen. Dennoch bin ich der Meinung, dass mit der Abwrackprämie ein deutlicher Schritt in die richtige Richtung gelungen ist und kann den Zuständigen hier nur ein Kompliment aussprechen. Die aktuellen Angebote der Autohäuser unabhängig der Marke werden hier beim Abverkauf unterstützt und können dadurch insbesondere die Vorführfahrzeuge besser vermarkten. Dadurch werden die Preisdifferenzen zu Billiganbietern aus Asien und Osteuropa relativiert. Neben der Verkaufsförderung von deutschen Autos werden sicherlich auch andere europäische Marken besser vermarktet, was aber der gesamten Situation in der deutschen Zulieferindustrie ebenfalls hilft, da diese nicht nur für deutsche Hersteller fertigen. Selbst wenn ein ausländisches Fabrikat gekauft wird, haben doch auch die Händler im Mittelstand etwas davon. Ähnliche Aktionen gibt es auch im Ausland (z.B. Frankreich), die wiederrum unseren Herstellern helfen. Für diejenigen, die das Paket verurteilen ist es sicherlich auch eine gute Anregung um darüber nachzudenken, welches Auto sie selbst fahren. Fazit: Das Paket ist auf allen Ebenen (Hersteller, Händler, Zulieferer und Endkunden) ein gelungenes Konzept, das nebenbei auch der Umwelt zu Gute kommt. Wir sollten in Deutschland nicht so viel murren und darüber nachdenken, was alles nicht funktioniert, sondern die Auswirkungen ersteinmal bewerten und in dieser schwierigen wirtschaftlichen Lage Anstrengungen der Regierung hier zu unterstützen auch einmal für gut befinden. Ich habe durch die Aktion initiiert heute gleich meinen alten Polo verschrotten lassen und ein neues Auto bestellt.

2 Leserbriefe (Anzeige 1 bis 2)
1

"HB ohne Filter" vom 3. Februar

Kommentar von AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat

Heute: GVO, Winterschlussverkauf, CRM, Die Welt von Ford, Abschied von der Normalität. MEHR

Frage der Woche

Download

AUTOHAUS-Bildschirmschoner

Ob Autopremiere, Politdebatte oder Promi-Schnappschuss – mit dem "I Saver" sind Sie immer auf dem Laufenden. mehr

Bildergalerien

Branchenrecht


Händlerbefragung

Die aktuelle Ausgabe des AUTOHAUS pulsSchlag

Topthema im Januar: Frauen im Kfz-Gewerbe mehr

EXTRA

Jetzt neu: Fachbücher als eBook!

Einige unserer Praxishandbücher und Ratgeber können Sie jetzt auch als eBook bestellen! mehr

Marktplatz

Frische Ware

Auf dem neuen AUTOHAUS Marktplatz finden Sie alle Spezialisten und Dienstleister für ein erfolgreiches Kfz-Geschäft. mehr

Akademie aktuell

AUTOHAUS Perspektiven 2012

Auf den Perspektiven 2012 erfahren Sie von Prof. Hannes Brachat, wie Sie Ihr Autohaus auf Erfolgskurs bringen. Anmeldung und Termine

Social Media

Besuchen Sie AUTOHAUS auf Facebook!

"Gefällt mir" – jetzt am virtuellen Stammtisch über bunte Branchenthemen diskutieren! mehr