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Ex-Faurecia-Chef Pierre Lévi muss 300.000 Euro an gemeinnützige Organisationen zahlen.
Schmiergeldaffäre: Bewährungsstrafe für Ex-Faurecia-Chef
In der Schmiergeldaffäre bei den deutschen Autoherstellern VW, Audi und BMW wird der Hauptbeschuldigte aller Voraussicht nach eine Bewährungsstrafe erhalten. Der frühere Firmenchef des französischen Autozulieferers Faurecia, Pierre Lévi, soll gegen Zahlung von 300.000 Euro an gemeinnützige Einrichtungen eine Bewährungsstrafe von einem Jahr Haft bekommen. Einen entsprechenden Strafbefehl hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Dienstag beim Amtsgericht beantragt. Die Anwältin Lévis hat nach Angaben der Ermittler bereits Einverständnis signalisiert. Dem Ex-Manager wird Beihilfe zur Bestechung vorgeworfen. Mit seiner Billigung sollen Faurecia-Mitarbeiter seit 2001 insgesamt 1,25 Mio. Euro an VW, Audi, BMW und Seat gezahlt haben, um Aufträge zu ergattern. Gegen 22 Beschuldigte von drei Herstellern und elf Zulieferern ermitteln die Staatsanwälte weiter. Faurecia zählt zu den zehn größten Autozulieferern weltweit. Die Justizbehörde bezeichnete das Strafmaß für den geständigen Manager als "vergleichsweise gering". Grund dafür sei der Umstand, dass Lévi nicht der Initiator des Schmiergeldsystems gewesen sei. Zudem habe der Manager weder persönlich von den Taten profitiert, noch habe man ihm einen konkreten Untreueschaden bei den betroffenen Autoherstellern nachweisen können. Die Behörde wirft Faurecia vor, seit 1998 Schmiergelder im Umfang von zuletzt 600.000 bis 800.000 Euro jährlich an Einkäufer der Autokonzerne gezahlt zu haben. Im Gegenzug soll das Unternehmen bei der Auftragsvergabe bevorzugt worden sein. Außerdem stellte der Autozulieferer Möbel, Urlaubsreisen und Jobs zum Beispiel für eine Freundin eines Beschuldigten zur Verfügung. Prozess bleibt Lévi erspart Der 52-jährige Lévi hatte unter dem Druck der Ermittlungen im August 2006 seinen Chefposten bei der Tochter des Autokonzerns PSA Peugeot Citroën geräumt. "Lévi war geständig, so dass das Verfahren zügig abgeschlossen werden konnte", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Doris Möller-Scheu. Man werde nun keine Klage erheben, der Prozess bleibe Lévi erspart. In der Korruptionsaffäre ermittelt die Staatsanwaltschaft bereits seit zwei Jahren. Drei Tatverdächtige – zwei Mitarbeiter von Faurecia sowie ein VW-Beschäftigter – waren im Juli 2006 vorübergehend in Untersuchungshaft genommen worden, die Ermittlungen dauern an. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft ist nach eigenen Angaben für den Fall zuständig, weil einer der Beschuldigten eine Tat in Frankfurt begangen hat. (dpa)
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(Foto: Faurecia / Archiv / AHO-Collage)
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