Donnerstag, 09.02.2012
30.04.2009
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Abwrackprämie

Schuldenlast bringt Autohäuser in Bredouille

Deutschlands Autohändler schlittern wegen der Abwrackprämie in finanzielle Schwierigkeiten. Einige größere Autohäuser hätten bis zu einer Million Euro vorgestreckt und blieben nun monatelang auf ihren Ausgaben sitzen, sagte Axel Koblitz, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbands des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes (ZDK), am Donnerstag. Koblitz bestätigte damit einen Bericht der "Bild"-Zeitung (Donnerstag), wonach die Situation im Einzelfall für Händler existenzbedrohend werden könne. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in Eschborn, dass die Anträge bearbeitet und die Prämien auszahlt, war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Das normale Verfahren sei, dass der Käufer die Prämie für sich beantragt und sie später zurückerstattet bekommt, sagte Koblitz. Zunächst müsse er jedoch selbst den vollen Kaufpreis bezahlen. "Manchmal ist es aber so, dass die Kunden dieses Geld nicht haben." In diesen Fällen streckten einige Autohäuser das Geld vor. "Wir raten zwar nicht dazu, aber es mag sein, dass der Wettbewerb das erfordert, weil andere es auch tun und das Geschäft sonst an einen anderen Wettbewerber geht", so Koblitz. Bei den Betrieben, die auf ihr Geld warten müssten, sei diese zögerliche Auszahlung durch das BAFA in der Tat ein großes Problem. "Wenn es teilweise mehrere Monate dauert, bis die Prämie ausgezahlt wird, ist das schlicht und einfach zu lang", kritisierte Koblitz. Er regte an, zur zügigeren Auszahlung vorrübergehend mehr Personal beim BAFA einzustellen. Der ZDK betonte in Bonn, dass die Kritik kein Argument gegen die Prämie als solche sei, schließlich profitiere auch der Handel. Es gehe lediglich um die Abwicklung. Die Bundesregierung hatte die Umweltprämie von 2.500 Euro zu Jahresbeginn eingeführt, um die Neuwagen-Konjunktur anzukurbeln. Zum 29. April waren 1,353 Millionen Anträge beim BAFA eingegangen. (dpa)

 
 
 

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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

30. Mai 2009 15:48
mathou meint:
Die Händler die die staatl. Abrackprämie dem Kunden vorgestreckt haben
und diese auch noch im Rechnungsendpreis enthalten ist, haben damit Steuerhinterziehung begangen!!!!!!!!!!!!!!!
Hier eine Anfrage an den Bundesfinanzminister Steinbrück

Herr Minister, im Zuge der Abwrackprämie lassen sich Autohändler die 2500 Euro abtreten. Dabei wird die Summe direkt vom Kaufpreis abgezogen. Kostet das Auto 22.500 Euro, stehen auf der Rechnung des Kunden aber nur 20.000 Euro. Somit entgehen Ihnen 400 Euro MwSt. Ist das in Ordnung?

Peer_Steinbrueck: Die Frage ist zu spezifisch, um sie kurz zu beantworten. Sie finden nähere Informationen auf der Website des Bundeswirtschaftsministeriums. Aber ganz kurz, der von Ihnen beschriebene Sachverhalt ist nicht zulässig und wäre Steuerhinterziehung.


07. Mai 2009 09:53
Autoschlumpf meint:
Ich stimme da mit meinem Vorschreiber überein: Wer sich auf die Bearbeitungsgeschwindigkeit einer Behörde (!!!) verlässt, sollte seine Liquiditätsplanung darauf ausrichten. Wir haben die ersten paar Geschäfte mit der Abwrackprämie auch vorgelegt, aber nach wenigen Tagen umgestellt und unsere Kunden in Vorlage gebeten... 400 mal 2500 Euro vorzustrecken ist einfacher, als einmal eine Million - und die Kunden verstehen's! Man muss nur drüber reden...

Ach ja, wenn jemand unter den Kollegen der verkaufenden Zunft der Meinung ist, man könne den Kunden das nicht verkaufen, sollte er sich fragen, ob der Job, den er da ausübt, wirklich der richtige für ihn ist.

... fragt sich der Autoschlumpf


05. Mai 2009 16:14
Marc Ottmann meint:
Autohändler, die die staatliche Umweltprämie für Ihre Kunden vorstrecken, sind selber Schuld, wenn sie jetzt Liquiditätsengpässe haben. Es war von Beginn an absehbar, dass sich die Auszahlungen verzögern würden. Jeder unserer Kunden hat bei Erklärung der Situation akzeptiert, dass er entweder in Vorkasse gehen muss oder dass er die Summe über eine Bank zwischenfinanzieren muss. Wir haben nicht ein einziges Geschäft verloren und kein Kunde hat annähernd versucht uns unter Druck zusetzen. Im Gegenteil: einige Autohäuser haben den Kunden diese Vorgehensweise aufgezwungen und als Dienstleistung verkauft. Hier zeigt sich wieder deutlich, wie kurzsichtig einige Verantwortliche sind und warum einige Arbeitsplätze immer wieder in Gefahr sind.

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