Dienstag, 07.02.2012
26.05.2010
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Offenes Gespräch

Seat beruhigt Händler

Nach der Ankündigung von Seat-Chef James Muir, einen "letzten Versuch" zur Rettung des Unternehmens zu starten, ist die VW-Krisenmarke auf Schmusekurs mit den deutschen Vertriebspartnern gegangen. Bei einem Treffen am vergangenen Freitag in Spanien räumte Muir nach Darstellung des deutschen Händlerbeirats etwaige Missverständnisse über ein nahendes Ende des Herstellers aus. "Nach den Äußerungen von Herrn Muir in der vergangenen Woche waren wir enttäuscht und verärgert. Doch jetzt kann man sagen: Genau das Gegenteil ist der Fall", erklärte Händlersprecher Martin Braunheim am Mittwoch gegenüber AUTOHAUS Online.

Im Zentrum des vierstündigen Gesprächs stand die Frage nach der Zukunft von Seat. "Wir haben im Beisein von Deutschland-Geschäftsführer Rolf Dielenschneider offen über die Themen diskutiert, die uns Partnern wichtig sind", so Braunheim. Hoffnung macht den Händlern vor allem die Modellpolitik für die Jahre 2012 bis 2014, für die der Mutterkonzern VW bereits Investitionen zugesagt habe. Auch positiv: Die deutsche Delegation konnte eine Erleichterung der administrativen Arbeiten bei Gewährleistungen erreichen.

Im Rahmen des Treffens gewährte Seat den deutschen Händlern zudem einen exklusiven Einblick in das künftige Produktprogramm. So durften sie etwa die neue Leon-Generation inklusive Drei-, Fünftürer und Kombi "live" in Augenschein nehmen. Gezeigt wurde auch der Toledo-Nachfolger – laut Braunheim "eine richtige Limousine". Vielversprechend sei auch das neue Interieur-Design mit Anklängen bei der Schwestermarke Audi. "Die Zukunft gehört Seat", zeigte sich der Beiratssprecher nach der Präsentation überzeugt.

Muir hatte Mitte Mai erklärt, mit einer Modelloffensive einen neuen und entscheidenden Anlauf zur Rettung von Seat zu unternehmen (wir berichteten). Ziel sei es, binnen fünf Jahren wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Muir, seit dem vergangenen September Seat-Chef, will die Marke breiter aufstellen, das Händlernetz in europäischen Metropolen stärken und vor allem das Werk in Martorell besser auslasten. 

VW war in der Vergangenheit mehrmals gescheitert, sein Sorgenkind zu sanieren. Im vergangenen Jahr war die Marke noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Die Verluste lagen bei 339 Millionen Euro, mehr als viermal so viel wie im Vorjahr. Die Zahl der verkauften Fahrzeuge ging um 8,5 Prozent auf 337.000 zurück. (rp)

 
 
 

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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

01. Juni 2010 16:01
Katja Grieb meint:
Ich finde es wirklich genial, wie schnell sich Menschen beruhigen lassen, wenn man ihnen sagt, was sie hören wollen. Fakt ist doch, dass die Aussage von Herrn Muir nicht nur von den Händlern gehört und gelesen wurde, sondern auch von den Seat Kunden, die wohl viel sensibler reagieren, als ein aufgebrachter Händler. Und nun die Botschaft "Seat lebt"! Natürlich lebt Seat, aber wie lange noch, wenn weiterhin solche Aussagen getroffen werden? Wo bleibt denn das Durchsetzungsvermögen beim Händlerbeirat? Wo bleibt die Entschuldigung für diese Aussage? Würde mein Verkäufer über unser Autohaus sagen, es wird geschlossen, würde ich ihn entlassen, zumindest abmahnen. Wahrscheinlich ist im Zuge der Rechtschreibreform das Wort Charakter mit gestorben.


27. Mai 2010 17:25
Heinz Kretschmer meint:
....Fazit/Hoffnung in die Zukunft/die Zukunft
liegt bei Volkswagen/Hr.Dielenschneider
ein sehr guter Automann/mittelfristig ab-
solute Klarheit!
Heinz M.Kretschmer


26. Mai 2010 23:22
K. Dubiel meint:
Das hört sich doch gleich viel besser an.
Trotzdem stellt sich mir noch immer die Frage, warum Herr Muir überhaupt so eine Äußerung getätigt hat und somit wieder mal für eine negative Berichterstattung und Verunsicherung der Kunden gesorgt hat!? Irgendetwas muss er sich doch dabei gedacht haben?

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