Samstag, 26.05.2012
14.05.2010
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VW-Krisenmarke

Seat versucht letzten Anlauf zur Rettung

Die VW-Krisenmarke Seat will mit einer Modelloffensive einen neuen und entscheidenden Anlauf zur Rettung unternehmen. "Das ist der letzte Versuch für die Marke", sagte Seat-Chef James Muir am Mittwochabend vor Journalisten in Hamburg. Ziel sei es, binnen fünf Jahren wieder schwarze Zahlen zu schreiben. Die verlustreiche spanische Marke ist seit langem das Sorgenkind des VW-Konzerns.

Muir, seit dem vergangenen September Seat-Chef, will die Marke breiter aufstellen. Der Autobauer hängt seinen Worten zufolge derzeit zu sehr von seinem wichtigsten Modell Ibiza ab. Seat bereite deshalb für 2012 eine Produktoffensive beim Modell Leon vor. Die Zahl der Varianten solle erhöht werden. Der Absatz des Modells solle auf rund 200.000 mehr als verdoppelt werden und damit das Niveau des Ibiza erreichen. Außerdem wolle Seat sein Händlernetz in europäischen Metropolen verstärken. Höchste Priorität habe eine bessere Auslastung des Werks in Martorell, die derzeit bei nur 60 Prozent liege. In der Fabrik könnten 500.000 Autos im Jahr hergestellt werden. Ziel sei eine Auslastung von 90 Prozent.

Mehrere Versuche, Seat zu sanieren, waren in der Vergangenheit gescheitert. Im vergangenen Jahr war die Marke noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Die Verluste lagen bei 339 Millionen Euro, mehr als viermal so viel wie im Vorjahr. Die Zahl der verkauften Fahrzeuge ging um 8,5 Prozent auf 337.000 zurück.

Rettung nur mit Hilfe von VW möglich

Ziel für dieses Jahres sei es, die Verluste zu verringern und den Absatz zu erhöhen, sagte Muir. Im ersten Quartal hatte Seat den operativen Verlust um 35 Millionen auf 110 Millionen Euro verringert. Der Absatz stieg wegen der Erholung des spanischen Marktes um knapp 55 Prozent auf 91.000 Autos. Der Marktanteil in Spanien soll nun erhöht werden. Allerdings werde Spanien alleine Seat nicht retten, sagte Muir. Die Marke brauche eine nachhaltige Präsenz auf anderen Märkten, vor allem in Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien. Allerdings gelten die Märkte in Westeuropa als gesättigt, Branchenexperten rechnen mit Absatzrückgängen.

Seat habe für seine Produktoffensive "ausreichend" Investitionsmittel, sagte Muir, ohne eine genaue Summe zu nennen. Nur mit Kostensenkungen werde Seat nicht aus den roten Zahlen herauskommen. Eine Rettung der Marke sei nur mit der Unterstützung des VW-Konzerns möglich. Diese sei vorhanden. "Der einzige Grund, warum Seat noch lebt, ist der VW-Konzern." (dpa)

 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

17. Mai 2010 08:34
Ronny Schulz meint:
Weiter so Herr Muir. Bei der negativen Berichterstattung bertitt bald kein Kunde mehr ein Seat Autohaus!


16. Mai 2010 14:46
Axel Schlothauer meint:
Prima:

und wieder ein Versuch, die Marke zu retten.
"Der letzte Anlauf". Respekt zu dieser offenen Öffentlichkeitsarbeit.
Vor nicht allzu langer Zeit ging man mit solchen "Drohungenn" bereits schon einmal in die Presse. Was das für die Händler, insbesondere in Deutschland bedeutete, wissen die, die es bedraf noch allzu gut. Verunsicherte Kunden und Fragen über Fragen, die die Händler auszubaden hatten.
Ich frage mich, wie man so unsensibel sein kann, wo man doch die Marke retten und den Absatz steigern will. Und dann geht man zum wiederholtem Male mit sowas in die Presse.
Eine über Jahre verfehlte Produkt- und Preispolitik und ständig wechselnde Marketingkampagnen mit dem (verfehltem) Ziel ein neues Image zu schaffen, haben die Kunden und ganz besonders die potentiellen Kunden komplett verunsichert.

Händler und "Händlerbeirat", wie lange läßt man sich so etwas noch bieten?

So kann PR auch in die Hose gehen, nur auf wessen Kosten?

Nischenpaule

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