Samstag, 26.05.2012
23.06.2008
Share |
EAIVT

Spielball
von Doris Plate

Fabrikatshandel und Freier Handel wachsen zusammen. In den Reihen der Freien sind viele Ex-Fabrikatshändler. Viele Fabrikatshändler beschaffen sich auch Fahrzeuge über den Freien Einkauf. Dieser Trend wurde auch bei der jüngsten Tagung des europäischen Verbandes der freien Fahrzeughändler (EAIVT) Anfang Juni wieder deutlich. Über 200 Vertreter von 120 Firmen aus 25 Ländern waren nach Hamburg gekommen, um Geschäftskontakte zu knüpfen und zu pflegen. Das alles unter dem Gütesiegel des EAIVT, der hohe Eintrittsschwellen hat. Die Pausen sind sehr wichtig bei diesen Treffen, bieten sie doch Gelegenheit für den intensiven Austausch von guten Einkaufs und Verkaufsmöglichkeiten sowie Tipps fürs tägliche Geschäft. Aufgezeigt wurden z. B. auch Geschäftschancen in Ungarn, Einkauf von Neuwagen, Verkauf von 2 bis 5 Jahre alten GW, Importmöglichkeiten aus USA oder die im Herbst startenden Aktivitäten von Manheim Auctions. Die Kfz-GVO ist permanentes Tagungsthema. Auch diesmal wurde über die Auswirkungen des Auslaufens der GVO auf das Geschäft der freien Händler diskutiert. Axel Bierer von der EU-Kommission hielt einen Einführungsvortrag. Sein Tenor: Die EU-Kommission will Stabilität. Die ab 2010 geltende Schirm-GVO werde sich nicht grundsätzlich von der derzeitigen unterscheiden. Sie solle lediglich leichter verständlich sein. Es bleibe beim Autorisierungsanspruch im Service. Und: Für freie Händler würde sich nicht viel ändern. Verlust der Mitte? Die anschließende Diskussion war äußerst rege und zeigte: Auch die freien Händler machen sich Sorgen um die GVO, aber andere als der Fabrikatshandel. Bei der Frage Erhalt oder Wegfall der Kfz-GVO zeigten sich die Freien uneinheitlich: Während der deutsche Mitgliedsverband BfI für den Erhalt der Kfz-GVO ist und „nur“ gegen Behinderungen bei der Vermittlung kämpft, sprach sich EAIVT-Präsident Marco Belfanti vor allem für mehr Möglichkeiten im Vertragshandel aus. Er wünscht sich vor allem, dass Tageszulassungen nicht mehr als Neuwagen gelten und damit frei handelbar sind. Ansgar Klein vom Mitgliedsverband BVfK sieht im Wegfall der Kfz-GVO das geringere Übel: „Nach einer Befreiung von allen Fesseln, welche die Hersteller den Vertragshändlern geschickt zu ihrem wirtschaftlichen Nutzen (der Hersteller, Anm. d. Red.) angelegt haben, hätte der Markt eine Chance, sich neu zu organisieren.“ Generell befürchtet er aber, dass im Spektrum des gesamten Handels die Mitte wegbrechen wird. „Am Ende werden eine Vielzahl kleiner Händler und Vermittler – freie wie vertragsgebundene – und eine geringe Zahl großer Gruppen übrig bleiben.“ Das befürchtet auch BfI-Präsident Dr. Thomas Herzig: „Mit weniger Regeln bekommen wir nicht unbedingt mehr Wettbewerb. Die Starken setzen sich durch.“

 
 
 
Zurück Artikel bookmarken Kommentar abgeben Artikel drucken Heft-Abo
 

KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

Bisher noch keine Kommentare! Geben Sie doch den Ersten ab.

0 Leserbriefe

"HB ohne Filter" vom 25. Mai

Kommentar von AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat

Heute u.a.: Diskussion zur "Meister-HU", Elektroauto, Rabattschleusen und Rolf Leuchtenberger MEHR

Frage der Woche

Download

AUTOHAUS-Bildschirmschoner

Ob Autopremiere, Politdebatte oder Promi-Schnappschuss – mit dem "I Saver" sind Sie immer auf dem Laufenden. mehr

Bildergalerien

Branchenrecht


Händlerbefragung

Die aktuelle Ausgabe des AUTOHAUS pulsSchlag

Topthema im Mai: Automobile Zukunft mehr

EXTRA

Jetzt neu: Fachbücher als eBook!

Einige unserer Praxishandbücher und Ratgeber können Sie jetzt auch als eBook bestellen! mehr

Marktplatz

Frische Ware

Auf dem neuen AUTOHAUS Marktplatz finden Sie alle Spezialisten und Dienstleister für ein erfolgreiches Kfz-Geschäft. mehr

Akademie aktuell

AUTOHAUS/asp-Servicekongress: Die Zukunft der Dialogannahme

Erfahren Sie, wie Sie Ihre Dialogannahme gewinnbringend organisieren! Anmeldung und Termine

Social Media

Besuchen Sie AUTOHAUS auf Facebook!

"Gefällt mir" – jetzt am virtuellen Stammtisch über bunte Branchenthemen diskutieren! mehr