Samstag, 26.05.2012
23.03.2009
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Experte

Staatsfonds-Einstieg stabilisiert Lage bei Daimler

Der Einstieg des Emirates Abu Dhabi bei Daimler stabilisiert nach Ansicht des Autoexperten Willi Diez den von der Absatzkrise gezeichneten Stuttgarter Hersteller. Mit dem arabischen Staatsfonds Aabar habe das Unternehmen einen langfristig orientierten strategischen Partner gefunden, sagte der Leiter des Instituts für Automobilwirtschaft an der Hochschule Nürtingen-Geislingen am Montag. "Das ist unter langfristigen Gesichtspunkten wichtig, weil Daimler der deutsche Autohersteller mit der unsichersten Aktionärsstruktur ist", sagte Diez. "Auch das Geld tut Daimler gut." Das frische Kapital von rund zwei Milliarden Euro müsse vor allem in Zukunftstechnologien gesteckt werden. "Daimler muss massiv in neue Antriebstechniken investieren", sagte Diez. Dabei gehe es um die Optimierung von Verbrennungsmotoren bis hin zum Elektroauto. Infrage kämen vor allem die kleineren Modelle wie A- und B-Klasse. Eine engere Zusammenarbeit mit BMW wäre für Daimler nach Ansicht des Autoexperten nach wie vor sinnvoll. "Der Einstieg des neuen Großaktionärs hat auf solche Kooperationen keine Auswirkungen", sagte Diez. "Vor allem beim Antriebsstrang, der teuersten Komponente des Autos, lässt sich viel Geld sparen. Wenn jetzt Geld in die Kasse kommt, heißt das ja nicht, dass man nicht weiter sparen sollte." Dass Daimler dank des frischen Geldes doch noch mit einem Kauf des Opel-Werkes in Eisenach liebäugelt, hält Diez für unwahrscheinlich. "Wenn ein Unternehmen in all seinen Werken Kurzarbeit hat, weiß ich nicht, warum es noch ein Werk kaufen sollte", sagte Diez. "Ich würde das strategisch für falsch halten. Daimler hat genügend Kapazitäten." Außerdem sei ein neues Mercedes-Werk in Ungarn geplant. Daimler will dort von 2012 an die A- und B-Klasse sowie deren Nachfolgemodelle bauen (wir berichteten). Zwei Golfstaaten als Großaktionäre Der Einstieg des Golfstaates minimiere die Gefahr, dass Hedge-Fonds, die kein langfristiges strategisches Interesse haben und dem Autobauer schaden könnten, als Großaktionäre einsteigen. "Daimler ist der Autohersteller, der an der Börse am stärksten unterbewertet ist", sagte Diez. Im Vergleich zum Herbst 2007 ist die Marktkapitalisierung um drei Viertel eingebrochen. Zwischenzeitlich waren die Stuttgarter an der Börse weniger als 20 Milliarden Euro wert. "Das entspricht bei weitem nicht dem wahren Wert des Unternehmens." Vor dem Einstieg Abu Dhabis hatte Daimler mit Kuwait nur einen Großaktionär. Zusammen halten die beiden Emirate nun 16 Prozent an dem Hersteller, der Rest der Anteile ist weiter in Streubesitz. (dpa)

 
 
 
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