Mittwoch, 08.02.2012
19.03.2008
Share |
Mystery-Shopping

Stiftung Warentest kritisiert Kreditberatung durch Markenhändler

Die Kreditberatung durch Markenhändler vor dem Autokauf lässt laut Stiftung Warentest stark zu wünschen übrig. Zu diesem Ergebnis kommt die Zeitschrift "Finanztest" in ihrer aktuellen Ausgabe (04/2008). Bei keiner Automarke erreichten die Händler ein "gut" für die Kreditberatung, nur sechs schafften ein "befriedigend". Für die Händler von Opel, Peugeot und Toyota konnte die Zeitschrift nur ein "ausreichend" vergeben. Die größten Schwächen gab es bei der Bestandsaufnahme der finanziellen Situation des Kunden. Weiterhin wollten die Verkäufer laut Testbericht unbedingt auch eine Restschuldversicherung verkaufen. Sie sei in diesem Fall aber unnötig, da das Auto als Sicherheit dient, hieß es. Die meisten Händler hätten es versäumt, sich von der finanziellen Lage des Kunden ein Bild zu machen, kritisierte die Zeitschrift weiter. Nur so erfahre der Verkäufer aber, welchen Betrag sein Kunde monatlich für die Kreditraten erübrigen kann. Die Händler von Audi und Ford erstellten ein Finanzierungsangebot nach Kundenwunsch. Ford verzichtete auch auf den Verkauf einer Restschuldversicherung. Bemängelt wurde zudem, dass in den Beratungsgesprächen viele Autohändler keinen großen Wert auf Diskretion gelegt haben. Andere Kunden und Mitarbeiter hätten die Verhandlungen leicht verfolgen können. Getestet wurden jeweils sieben Filialen von neun Markenautohäusern. In den 63 Beratungsgesprächen hätten sich die Testkäufer für ein vorgegebenes Modell interessiert, für das der Händler ihnen eine klassische Ratenfinanzierung anbieten sollte. "Finanztest" ermittelte außerdem für elf aktuelle Modelle drei Finanzierungswege und die Angebote ausgewählter Banken und Leasinggesellschaften. Die günstigsten Angebote für den klassischen Kredit wie für die Drei-Wege-Finanzierung machten für acht der elf Automodelle im Test jeweils die Herstellerbanken. Beim Leasing war in der Regel Sixt Leasing vorn. (tk)

 
 
 

Zurück Artikel bookmarken Kommentar abgeben Artikel drucken Heft-Abo
 

KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

25. März 2008 10:04
Fritzchen meint:
Es macht sicherlich Sinn den Damen und Herren von "Finanztest" einmal klar zu machen welche "Position" der Verkaufsberater im Rahmen einer Finanzierung hat. Nach meinem Wissen ist er lediglich "Erfüllungsgehilfe". Und was macht der "Erfüllungsgehilfe"? Richtig er erfüllt die von den Banken vorgegebenen Richtlinien (Formblätter), führt eine "Identifizierung" des Kunden durch und sammelt die notwendigen Unterlagen. Eine Bewertung der Finanzierung nimmt er nicht vor. Eine Entscheidung für oder gegen die Finanzierung nimmt er nicht vor. Das macht alles die Bank. Ist hier nicht letztendlich die Bank zu kritisieren? Wenn die Bank die Schuhgröße ihrer Kunden abfragt bekommt sie die. Wird nicht abgefragt gibt es keine Antwort auf die Frage. Mir entsteht so langsam der Eindruck daß hier mal wieder das falsche Schwein geschlachtet wurde. Aber macht ja nichts, der Schwächste muß immer daran glauben. Viel Sorgen bereitet eher die Tatsache daß Sixt beim Leasing immer die Nase vorn hatte...


25. März 2008 08:20
Stefan Ott meint:
Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion,

Sie posten hier einige Male das Sie hier nur die Meinung der Tester wiedergeben. Durch das gezielte Veröffentlichen bestimmter Meinungen wirken auch Sie meinungsbildend. Zu viele sog. Manager und Geschäftsführer ohne Ahnung vom operativen Geschäft lesen Ihre Zeitung und wundern sich warum Ihre Verkäufer so schlecht sind. (Dabei verkaufen viele langjährige Verkäufer immer noch konstante Stückzahlen) Die Reaktion sind neue Provisionssysteme (bei denen zu oft der Verkäufer nach dem Kundenmeinungsspiegel provisioniert wird), kurzsichitige Ersatzhandlungen und noch einiges mehr.
Wo bleibt IHRE Meinung?

Redaktion: Sehr geehrter Herr Ott,
als Online-Nachrichtendienst liegt es uns natürlich fern, "gezielt" Informationen zu publizieren, denn das würde bedeuten, die Veröffentlichung einer Nachricht von unserer Meinung abhängig zu machen (sofern es überhaupt so etwas wie eine "Redaktionsmeinung" gibt). Genau das wollen wir aber vermeiden!

Vielmehr sehen wir unsere Aufgabe darin, brisante – mitunter unangenehme – Themen aufzugreifen und darüber neutral zu berichten, auch vor dem Hintergrund, unsere Leser nicht unvorbereitet zu lassen, wenn sie von ihren Kunden mit solchen Tests konfrontiert werden. Denn außer uns berichten natürlich noch viele andere Medien darüber, teilweise in einem wenig sachlichen Stil.

In der Tat wirken wir damit meinungsbildend (nicht bevormundend!), wie die zahlreichen Reaktionen unten beweisen. Und eines wird dabei deutlich: Ein Großteil der Leser teilt offenbar Ihre Meinung und weiß den Test richtig einzuschätzen. Trotzdem entsteht der Eindruck, dass es zu diesem Thema Gesprächsbedarf gibt, wofür wir nun (wieder) eine Plattform zur Verfügung stellen. Deswegen werden wir sicher auch künftig kontroverse Themen veröffentlichen, in der Hoffnung, dass Sie und viele weitere Leser unsere Kommentarfunktion weiter rege nutzen. Und natürlich bleiben wir auch in dieser Sache am Ball - auch kommentierend wie z.B. im wöchentlichen Blog unseres Herausgebers!


23. März 2008 01:05
Marc S. meint:
Sicher gibt zuhauf nervige Kunden, aber eines ist mir bei allen den Kommentaren aufgefallen:

Wieso darf bei einer KFZ-Finanzierung nicht nach den fnaziellen Verhältnissen eines Kunden gefragt werden?

Wenn ich z.B. zur Sparkasse gehe und einen €20000-Kredit aufnehmen möchte, werde ich doch auch nach meinen finanziellen Möglichkeiten, d.h. monatlichen Einkünften und Verpflichtungen gefragt!

Wieso sollte das bei einem KFZ-Kredit denn bittesehr anders sein?

Es ist doch allemal fairer, dem Kunden aufzuzeigen, was er sich leisten kann - und was eben nicht.

Vielleicht wird es dann nur ein Polo und nicht der erträumte R32 - aber ganz sicher ist der Kunde nicht schon bei Abschluß des Vertrages "platt wie eine Zeitung". Muss denn als Verkäufer stets "die Hose passend" gemacht werden? Ganz egal, ob der Kunde sich das Traumvehikel leisten kann oder nicht?

Die Tricks sind doch immer die gleichen: Der Verkäufer gibt in der Kreditanfrage dann statt der Warm- die Kaltmiete an oder noch besser: Der Kunde zahlt angeblich gar keine Miete und hat Haus- oder Wohnungseigentum.

Auch beliebt: Die Scheinanzahlung, dann wird mal eben statt dem Auszeichnungspreis die UPE genommen. Und schwupps, der Kunden hat plötzlich (rein fiktiv) doch Geld auf den Tisch geblättert.

Macht ja alles nix - Banken wie Santander werden am Laufzeitende doch sicher die aufgelaufene Überfinanzierung wieder mit reinpacken und am Ende hat der Kunde Schulden, als würde er einen Bugatti Veyron fahren - in Wirklichkeit hat er aber nur einen VW Fox unter´m Hintern.

Das alles ist KFZ-Verkäufer-Realität in Deutschland!

Sicherlich gibt es auch genügend Ausnahmen aber das hier mehrfach gejammerte "Der Kunde wird´s schon wissen" stimmt mich nachdenklich...

Denn Beratung gehört sehr wohl zum Geschäft, das hat mir in meinen 15 Jahren im KFZ-Vertrieb sehr, sehr viel geholfen und meinem Verkaufsteam auch.

Und man soll´s kaum glauben: Aber ehrlich fährt tatsächlich am längsten. Im wahrsten Sinne des Wortes.

In diesem Sinne: Frohe Ostern!

29 Leserbriefe (Anzeige 1 bis 3)
1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 10

"HB ohne Filter" vom 3. Februar

Kommentar von AUTOHAUS-Herausgeber Prof. Hannes Brachat

Heute: GVO, Winterschlussverkauf, CRM, Die Welt von Ford, Abschied von der Normalität. MEHR

Frage der Woche

Download

AUTOHAUS-Bildschirmschoner

Ob Autopremiere, Politdebatte oder Promi-Schnappschuss – mit dem "I Saver" sind Sie immer auf dem Laufenden. mehr

Bildergalerien

Branchenrecht


Händlerbefragung

Die aktuelle Ausgabe des AUTOHAUS pulsSchlag

Topthema im Januar: Frauen im Kfz-Gewerbe mehr

EXTRA

Jetzt neu: Fachbücher als eBook!

Einige unserer Praxishandbücher und Ratgeber können Sie jetzt auch als eBook bestellen! mehr

Marktplatz

Frische Ware

Auf dem neuen AUTOHAUS Marktplatz finden Sie alle Spezialisten und Dienstleister für ein erfolgreiches Kfz-Geschäft. mehr

Akademie aktuell

AUTOHAUS Perspektiven 2012

Auf den Perspektiven 2012 erfahren Sie von Prof. Hannes Brachat, wie Sie Ihr Autohaus auf Erfolgskurs bringen. Anmeldung und Termine

Social Media

Besuchen Sie AUTOHAUS auf Facebook!

"Gefällt mir" – jetzt am virtuellen Stammtisch über bunte Branchenthemen diskutieren! mehr