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Streik in Metallindustrie abgewendet
Mit einer Einigung in letzter Sekunde haben IG Metall und Arbeitgeber den ersten Streik in der Metall- und Elektroindustrie seit fünf Jahren abgewendet. Die Beschäftigten erhalten von Juni an 4,1 Prozent mehr Geld. Nach zwölf Monaten gibt es eine weitere Erhöhung der Löhne und Gehälter um 1,7 Prozent sowie einen Zuschlag von 0,7 Prozent. Zudem gibt es für April und Mai 2007 eine Pauschale von 400 Euro. Darauf haben sich die Tarifparteien am Freitag in Sindelfingen nach mehr als 20-stündigen Verhandlungen geeinigt. Die gesamte Laufzeit beträgt 19 Monate bis Ende Oktober 2008. Die Einigung für 800.000 Beschäftigte in Baden-Württemberg wird bei IG Metall und Arbeitgeberverband Gesamtmetall als Pilotabschluss für die gesamte Branche mit bundesweit 3,4 Mio. Beschäftigten gewertet. Beide Seiten empfahlen ihren Gremien in den anderen Tarifgebieten, den Sindelfinger Abschluss zu übernehmen. In einzelnen Bezirken soll die Übernahme bereits in der kommenden Woche vereinbart werden. Für die zweite Stufe verständigten sich die Tarifparteien auf eine Öffnungsklausel, nach der Tariferhöhung und der Zuschlag gestutzt werden können. Beide Komponenten können mit Zustimmung der Arbeitnehmervertreter auf betrieblicher Ebene um bis zu vier Monate verschoben werden. Im Gegenzug hat es die IG Metall geschafft, eine Differenzierung des Weihnachtsgeldes abzuwehren. Wären die Verhandlungen im Südwesten ohne Ergebnis geblieben, hätte die größte deutsche Industriegewerkschaft sehr schnell eine Urabstimmung über einen Arbeitskampf beschlossen. Nach Darstellung von Gesamtmetall belastet der Tarifabschluss die Betriebe im Kalenderjahr 2007 mit 3,9 Prozent und in den ersten zehn Monaten des Jahres 2008 mit 2,1 Prozent. Über die gesamte Laufzeit gerechnet betrage die Belastung pro Jahr 3,3 Prozent. Kritik von Verbänden Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) kritisierte den Abschluss als zu undifferenziert. Es sei "unverantwortlich, dass im Namen der guten Konjunktur auch diejenigen zur Kasse gebeten werden, die von der Konjunktur nichts haben". Auch der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) rügte, mit der Erhöhung der Einkommen um 4,1 Prozent werde die "Schmerzgrenze für viele Unternehmen deutlich überschritten". Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt sagte, der Abschluss sei kein Vorbild für andere Branchen. Die ausgezeichnete Konjunkturlage in der Metall- und Elektroindustrie gelte keineswegs für alle Wirtschaftsbereiche. Die IG Metall war mit der Ausgangsforderung von 6,5 Prozent mehr Lohn und Gehalt in den Tarifkonflikt gegangen. Die Arbeitgeber hatten bislang 2,5 Prozent mehr Entgelt und einen Konjunkturbonus von 0,5 Prozent für zwölf Monate angeboten. (dpa/pg)
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