25.02.2013
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Studie
 

Europas Automanager schätzen an Deutschland vor allem Innovationskraft, Qualität und Produktivität.

Deutschland für Automanager am attraktivsten

Deutschland ist aus Sicht der europäischen Autobranche zwar der weltweit attraktivste Standort, verliert aber wegen steigender Produktionskosten an Wettbewerbsfähigkeit. Das geht aus einer Studie hervor, die das Beratungsunternehmen Ernst & Young am Montag vorstellte. Demnach bewerten aktuell nur noch 29 Prozent bei den Produktionskosten als führend. Bei der vorherigen Untersuchung waren es noch 47 Prozent. Für die Studie hatte Ernst & Young 300 Unternehmen aus der europäischen Autoindustrie befragt.

Damit liegt die Bundesrepublik bei einem wichtigen Wettbewerbsfaktor lediglich im unteren Mittelfeld. Zum Vergleich: Dem Standort China bescheinigten satte 71 Prozent der Automanager Wettbewerbsfähigkeit bei den Produktionskosten. Deutschland liegt in der Studie hier noch hinter Russland und der Türkei. Nach Einschätzung von Peter Fuß, Partner bei Ernst & Young, sind dabei die Kosten der Energiewende ein wesentlicher Faktor.

Laut Fuß schätzen die Führungskräfte die Bundesrepublik vor allem wegen der Innovationskraft und Qualität. Auch bei der Produktivität sehen sie den Standort vorne. "Allerdings dürfen trotzdem die Kosten nicht aus dem Ruder laufen." Auf Platz zwei und drei der Gesamtschau liegen Japan und China. Schlusslicht ist die Türkei.

Frankreich verliert an Boden

Im Vergleich zur vorausgegangenen Erhebung fiel der Standort Frankreich den Angaben zufolge am stärksten zurück. Nach Einschätzung der Automanager hat Frankreich massiv an Innovationskraft, Produktqualität und Produktivität verloren. Bei den Produktionskosten belegte das Land sogar den drittletzten Platz vor Italien und Großbritannien. "Frankreich ist nach wie vor einer der bedeutendsten Automobilstandorte der Welt – aber der Standort steht derzeit vor erheblichen Herausforderungen", sagte Fuß. Die französische Autoindustrie müsse künftig noch stärker als andere Länder an ihrer weltweiten Positionierung arbeiten.

Insgesamt dürfte sich die Absatzkrise in Westeuropa der Studie zufolge noch weiter verschärfen. Nach einem Rückgang um acht Prozent im vergangenen Jahr wird die Zahl der Pkw-Verkäufe 2013 nach Einschätzung europäischer Automanager um weitere zwei Prozent sinken. In China und Indien rechnen die Befragten indes mit spürbaren Zuwächsen.

Zulieferer leiden stärker

Weiteres Ergebnis der Erhebung: Zulieferer leiden wesentlich stärker unter der Absatzkrise als Hersteller. Während europaweit 56 Prozent der Manager von Autobauern ihre Geschäftslage als gut bezeichnen, sind es bei den Zuliefern nur 29 Prozent. "Bei vielen Zuliefererunternehmen war die Lage schon vor der aktuellen Krise kritisch", sagte Fuß. "Und wenn jetzt fast alle Hersteller einen harten Sparkurs fahren, erhöht sich der Druck auf die Zulieferer weiter." (dpa)

 
 
 
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