12.09.2012
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Studie
AUTOHAUS und Santander stellen Nachfolge-Studie vor
 

Im Rahmen einer Podiumsdiskussion präsentierten AUTOHAUS und Santander eine Studie zur Nachfolgesituation im Autohandel.

Unternehmensnachfolge im Automobilhandel

Die Nachfolgeregelung ist eine der wichtigsten strategischen Fragen in jedem Unternehmen. Im Rahmen einer Podiumsdiskussion präsentierten AUTOHAUS und die Santander Consumer Bank am Mittwoch auf der Automechanika die aktuelle Studie "Nachfolger verzweifelt gesucht? Vom Junior zum Senior".

Die Studie zeigt: Die wesentlichen Voraussetzungen für eine erfolgreiche Übergabe in Familienhand sind in der Regel gegeben. Gleichzeitig besteht in vielen Punkten noch Optimierungspotenzial: So haben viele Juniorchefs ein deutlich höheres Interesse an einer geordneten Übergabe als die Seniorchefs, die die Nachfolgeplanung oft gerne "auf später" vertagen. Ein Grund dafür mag sein, dass die Übergabe eines Unternehmens alle Beteiligten vor große Herausforderungen stellt, die man gerne noch eine Weile vor sich herschiebt.

Autohaus-Chefredakteur Ralph M. Meunzel und Herausgeber Prof. Hannes Brachat diskutierten mit Marion Johl (Santander Consumer Bank), Gerhard Duile (Rechtsanwalt und Steuerberater), Birgit Behrens (ZDK), Konrad Weßner (Puls) und den Händlern Andreas Peter (Autohaus Peter) und Thomas Niedermayer (Autohaus Niedermayer) sowie Franziska und Anja Barth (AHB Automobile), wie der familiengeführte Automobilhandel sich auf die Unternehmensnachfolge vorbereitet.

"Nachfolge bedeutet große Verantwortung"

"Das Problem ist eine klare Regelung bei der Übergabe", fasste Weßner die Studienergebnisse zusammen. Doch in der Praxis stehen die Beteiligten vor großen Herausforderungen: "Nachfolge bedeutet die Übernahme von großer Verantwortung", erklärte Peter, der vor sechs Jahren ins elterliche Unternehmen in Nordhausen eingestiegen ist und das Autohaus gemeinsam mit seinem Vater leitet. "Wir haben 600 Mitarbeiter und sind uns der großen Verantwortung bewusst. Wichtig ist es, die Kompetenzen klar zu verteilen. Für den Fall eines Notfalls, wenn beide nicht in der Lage sein sollten, das Unternehmen zu leiten, gibt es noch eine Justiziarin und eine eigenen Steuerberater im Unternehmen, damit das Unternehmen nicht in Schieflage gerät. Man braucht immer einen Kapitän auf der Brücke."

Autohändler Niedermayer, der den elterlichen Betrieb mit seinem Bruder zusammen führt, sieht als Voraussetzung vor allem die Liebe zum Beruf: "Wichtig ist, dass man liebt, was man tut, und dass der Senior einem die Möglichkeit lässt, persönlich zu wachsen. Man muss aus dem Autohaus viele Positive Dinge mitbekommen, dann hat man Lust darauf." Auch Franziska und Anja Barth sind in das Familienunternehmen hineingewachsen. "Wichtig ist es bei der Nachfolge, die Kompetenzen klar zu verteilen zwischen Vater und mir. So habe ich mich auf den Servicebereich konzentriert", sagte Franziska Barth. Ihre Schwester studiert BWL, um den kaufmännischen Bereich abzudecken.

Nachwuchs besser fördern

Brachat sprach über seine Beobachtungen an der Hochschule: "Die meisten Studenten wollen in die Industrie, die wenigsten zieht es in den Handel. Wir müssen den familienorientierten Mittelstand fördern, um den Handel für sie attraktiver zu machen." Behrens sieht hier vor allem die Fachschulen am Zug: "Die BFC ist eine Kaderschmiede für potenzielle Nachfolger. 20 bis 30 Prozent der Schüler streben eine Nachfolge an."

Brachat appellierte an die potenziellen Nachfolger: "Du musst sehr gut sein, dann hast du eine Chance. Ich wünsche mir bei den jungen Leuten mehr Mut, Gelassenheit und Lust auf Neugier. Gleichzeitig muss die ältere Generation lernen, loszulassen."

Rechtzeitig vorsorgen

Auf die Frage von Ralph M. Meunzel, wann denn der beste Zeitpunkt für eine Übergabe ist, sagte Rechtsanwalt Duile: "Der richtige Zeitpunkt ist sofort. Wichtig ist es auch, rechtzeitig Notfallregelungen zu treffen, z.B. das Testament. In die konkrete Planung sollte man fünf bis sechs Jahre vor Übergabe beginnen." Die Voraussetzung für eine gute steuerliche und rechtlich Lösung bei der Übergabe sei, dass die Chemie stimmt: "Wenn die nicht stimmt, ist es immer problematisch."

Dies deckt sich auch mit den Erkenntnissen der Bankpartner. "Je reibungsloser eine Übergabe läuft umso besser", sagte Johl. "Für uns ist dieses Thema besonders im Hinblick auf eine Kreditvergabe sehr wichtig. Auf der einen Seite ist das Thema ein Softfact, hat aber auch Auswirkungen auf das Ranking eines Händlers. Wir möchten möglichst viele Risikofaktoren ausschließen." (ok/se)

Erhältlich ist die Studie "Nachfolger verzweifelt gesucht? Vom Junior zum Senior" zum Preis von 25 Euro (zzgl. MwSt. und Versand) per Fax unter 089/203043-2100 oder im Online-Shop unter www.springer-automotive-shop.de

 
 

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AUTOHAUS Nachfolge-Studie
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