17.01.2013
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Studien
Internetvertrieb Aftersales E_commerce_kfz_service
 

Zwei Studien gehen von einer zunehmenden Verlagerung des B2C-Teilevertriebs ins Internet aus - wenn auch auf niedrigem Niveau.

Online-Teilehandel auf dem Vormarsch

In den vergangenen beiden Jahren haben in Deutschland rund sieben Millionen Autofahrer Ersatzteile, Reifen, Felgen oder Zubehör für ihr Auto online eingekauft. Zu diesem Ergebnis kommen die Marktforscher von TNS Infratest. "Das damit verbundene jährliche Umsatzvolumen hat mittlerweile die Milliardengrenze deutlich überschritten", hieß es in einer Mitteilung des Unternehmens, in der allerdings keine genaueren Zahlen genannt wurden.

Für die Studie "AutoTeileOnlineMonitor" wurden zum Ende des abgelaufenen Jahres 800 repräsentative Interviews mit Online-Teilekäufern und weitere 200 Interviews mit potenziellen Onlinekäufern durchgeführt. Am größten sei die absolute Anzahl an privaten Onlinekäufern derzeit im Produktbereich der Autoersatzteile (sechs Millionen). Gemessen am Gesamtvolumen sei der Marktanteil des Internets allerdings bei Reifen und Felgen am größten. Die durchschnittlichen Ausgaben pro Kauf in dieser Produktkategorie seien zudem deutlich höher als bei Autoersatz- oder Autozubehörteilen.

Der Wettbewerb um das Umsatzvolumen im Markt für Pkw-Komponenten wird sich nach Auffassung von Michael Dürr von TNS Infratest in den kommenden Jahren noch mehr in das Internet verlagern. "Das Internet ist hierbei nicht einfach nur ein weiterer Vertriebskanal für alt eingesessene Marktakteure. Im Internet ist vielmehr ein völlig neuer Markt mit neuen Teilnehmern und spezifischen Anforderungen herangewachsen. Ein erfolgreicher Auftritt in diesem Onlinemarkt setzt dezidierte Marktanalysen voraus", erklärte der Experte.

 "Webshops noch in der Startphase"

Auch die Unternehmensberatung Wolk Aftersales Experts bestätigt in einer aktuellen Studie, dass sich der Online-Vertriebskanal auf dem Vormarsch befindet. Allerdings seien die B2C-Webshops für Autoteile noch "in der Startphase" und kämen auf weniger als einen Prozent Marktanteil. Eine größere Bedeutung messen die Studienmacher den Werkstattportalen wie Fairgarage oder bei Autoscout24 zu, über die Endkunden zwar nicht einzelne Ersatzteile, aber komplette Servicepakete kaufen können.

Diese Konstellation stelle Industrie und Handel vor neue Herausforderungen, insbesondere die kleinen und mittleren Teilehändler. "Sie stehen einerseits zwischen dem zunehmenden B2C-Online-Business und den Autocentern mit Direktverkauf an den Autofahrer und andererseits zwischen den Großdistributoren, die mehr und mehr direkt an die Werkstätten verkaufen. Die Folgen sind künftig mehr denn je Preis- und Margenprobleme", so die Studienmacher Helmut Wolk und Zoran Nikolic. (ng)

 
 
 
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