Samstag, 26.05.2012
03.03.2010
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Anhörung

Toyota-Pannen sollen mehr Menschenleben gekostet haben

Die Pannenserie bei Toyota hat möglicherweise noch fatalere Folgen nach sich gezogen als gedacht. Neueste Daten der US-Behörde für Verkehrssicherheit bringen mittlerweile 52 Todesopfer mit dem ungewollten Beschleunigen in Verbindung. Bislang war von 34 Toten die Rede. Die Aufzeichnungen über Unfälle reichen bis ins Jahr 2000 zurück. "Wir alle wissen, dass etwas schrecklich schiefgelaufen ist", sagte Senator Jay Rockefeller am Dienstag zum Auftakt der dritten und vorerst letzten Anhörung zum Thema Toyota vor dem US-Kongress. "Sicherheit spielte eine untergeordnete Rolle. Das Gewinnstreben steuerte die Entscheidungen des Unternehmens." Ab 2002, so führte Rockefeller aus, hätten sich die Beschwerden "zu Tausenden" gehäuft. "Ich verstehe nicht, warum Sie nicht früher reagiert haben", klagte er die Toyota-Manager an. Der Ausschussvorsitzende warf auch der Verkehrssicherheitsbehörde vor, versagt zu haben, indem sie lange tatenlos blieb. Die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) sammelt Beschwerden von Autofahrern. Seitdem Toyotas Rückrufwelle für viel Aufmerksamkeit sorgt, ist auch die Zahl der Eingaben sprunghaft angestiegen. Bislang konnten Gutachter jedoch nur bei wenigen Unfällen zweifelsfrei klären, dass sie tatsächlich auf Konstruktionsmängel zurückgehen. "Die amerikanische Regierung muss einen besseren Job machen, um die amerikanische Bevölkerung zu schützen", mahnte der Ausschussvorsitzende Rockefeller. Notfalls müssten schärfere Gesetze her. "Die Fußmatten sind ein Problem, die klemmenden Pedale sind ein Problem", sagte US-Verkehrsminister Ray LaHood. "Manche glauben auch, dass die Elektronik Probleme macht. Wir untersuchen das." Toyota hatte bereits angekündigt, vorsorglich alle neuen Autos und sieben bestehende Modelle mit einem Sicherheitssystem auszustatten, das den Wagen auch beim Versagen der Elektronik zum Stehen bringen soll. "Kein Toyota-Problem" Senator Daniel Inouye nahm Toyota in Schutz. Auch die großen US-Autohersteller General Motors, Ford und Chrysler hätten mit technischen Defekten zu kämpfen. "Es ist kein Toyota-Problem, es ist ein Industrieproblem." Nur Stunden vor der Anhörung hatte General Motors 1,3 Millionen Wagen in Nordamerika wegen einer ausfallenden Servolenkung in die Werkstätten gerufen. Deswegen kam es bereits zu Unfällen mit mindestens einem Verletzten. Senator Roger Wicker verwies darauf, wie wichtig Toyota für die Wirtschaft des Landes sei. "Auch in meiner Heimatregion Mississippi." Toyota unterhält zehn Werke im Land mit 34.000 Arbeitern. Weitere Fabriken betreiben die Japaner in Gemeinschaftsunternehmen. Zusammen mit Zulieferern und Händlern hängen rund 200.000 Jobs am Unternehmen. "Tausende von amerikanischen Arbeitsplätzen sind in Gefahr", warnte Wicker. Im Februar waren die Toyota-Verkäufe in den USA den zweiten Monat in Folge gefallen.

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: "Toyota ein wichtiger Teil der Wirtschaft"

 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

05. März 2010 20:35
Eugen Thoma meint:
Tödliche Unfälle als Folge fehlerhafter Autofahrer sind leider normal,
Tödliche Unfälle als Folge fehlerhafter Automobile sind katastrophal!
Jede Industrie hat irgendwann fehlerhafte Produkte, entscheidend für die Kunden ist jedoch, wie der Hersteller / Verkäufer damit umgeht.
Hier hat Toyota nach heutigem Stand der Erkenntnisse glanzvoll versagt
und scheinbar wissentlich und willentlich rechtzeitige Nachbesserungen zu Gunsten des Profits vertrödelt und verschlampt. Damit hat man sich
jetzt ein Vertrauensproblem eingehandelt, bei dem die Kunden mit ihren
Füssen abstimmen, wo sie das nächste Auto ganz sicher nicht kaufen werden...
Die Untersuchungen und Hearings gehen weiter, die entsprechenden Schlagzeilen sind für die nächsten Monate garantiert, das schwindende
Vertrauen und die Absatzeinbussen leider auch. Insgesamt ein Fall als
hoffentlich abschreckendes Beispiel für die Lehrbücher!

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