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Klemmende Gaspedale
Toyota ruft in Deutschland 215.796 Autos zurück
Das Rückruf-Debakel wegen klemmender Gaspedale kommt Toyota teuer zu stehen. Der japanische Konzern rechnet insgesamt mit Kosten von bis zu 1,4 Milliarden Euro - für die Reparatur der Wagen und durch sinkende Verkäufe infolge des Image-Schadens. In Deutschland müssen knapp 216.000 Autos in die Werkstätten, wie Toyota am Donnerstag in Köln mitteilte. Betroffen sind unterschiedliche Baujahre der Modelle Aygo, iQ, Yaris, Auris, Corolla, Verso, Avensis und RAV4. Toyota kündigte an, die Probleme würden "zügig und lückenlos" behoben. Um Chaos zu vermeiden, sollen die Fahrzeuge bei der größten Rückrufaktion des japanischen Autobauers in Deutschland nach und nach in die Werkstätten gerufen werden. "Das Kraftfahrtbundesamt und die Händler verschicken nicht alle Schreiben an die Kunden an einem Tag, sondern sukzessive", sagte eine Sprecherin von Toyota Deutschland. Damit versuche man, einen möglichen Ansturm zu lenken. Die Fahrzeughalter der betroffenen 215.796 Autos könnten ab der kommenden Woche die Probleme mit dem Gaspedal in den Werkstätten beheben lassen. Dann treffen die ersten sogenannten Distanzstücke für die Pedale aus den USA ein, die derzeit rund um die Uhr für den amerikanischen und europäischen Markt produziert würden, erklärte Toyota-Sprecherin Susanne Knechtges. "Jeder, der jetzt schon kommt, wird berücksichtigt und erhält einen Werkstatt-Termin." Alle Toyota-Händler informieren ihre Kunden über die bevorstehende Aktion. Zudem hat der Autobauer eine Kunden-Hotline eingerichtet. Die einzelne Reparatur sei binnen 30 Minuten zu erledigen. Umfassende Informationen zu dem Rückruf stellt Toyota Deutschland auch im Internet auf www.toyota.de bereit. Auf dieser Webseite gibt es für Kunden außerdem die Möglichkeit, über ein entsprechendes Kontaktformular Fragen an den technischen Kunden-Service von Toyota Deutschland zu richten. Unter der Nummer 02234/102-7777 wurde zudem eine spezielle Kunden-Hotline eingerichtet, an die sich die Kunden wenden können. "Wirtschaftswoche": Toyota wusste seit Jahren von Problemen Toyota Europa soll nach einem Bericht der "Wirtschaftswoche" bereits seit 2007 von klemmenden Gaspedalen in den Fahrzeugen gewusst haben. Damals soll das Problem demnach bei einem Mittelklasse-Modell aufgetreten sein, das von der derzeitigen Rückrufaktionen des Autobauers betroffen ist. Ihren Bericht stützt die Wochenzeitung auf Unterlagen, die belegen sollen, dass das Toyota-Management damals ausdrücklich und mehrmals auf die Probleme hingewiesen worden sei. Nähere Angaben zu den Unterlagen wollte die Redaktion auf Nachfrage nicht machen. Sie beruft sich auf den Quellenschutz. Aus den Papieren soll hervorgehen, das das Gaspedal sich mehrfach während der Fahrt verklemmt hatte. Der Fahrer des betroffenen Wagens musste nach Aussagen von beteiligten Personen während der Fahrt den Fuß unter das Pedal schieben, um es in die Ausgangsstellung zurückzuziehen. Es sei zu starken Gefährdungen im Straßenverkehr gekommen. Das Toyota-Management habe jedoch nicht erkennbar auf diese Hinweise reagiert. Ein Sprecher von Toyota Deutschland sagte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur dpa, die Vorwürfe würden derzeit intern geprüft. Zuständig sei die Europa-Zentrale in Brüssel.
// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Toyota verschickt Schecks an US-Händler
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