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Zuletzt konnte auch Wolfgang Porsche (li.) Wendelin Wiedeking nicht mehr schützen.
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Tränenreicher Abschied von Wiedeking
von Julia Giertz, dpa
Beim Abschied der Porsche-Beschäftigten von ihrem Chef Wendelin Wiedeking strömt der Regen und die Tränen fließen – nicht nur bei den Mitarbeitern. Die wohl emotionalste Rede hält Porsche-Miteigentümer Wolfgang Porsche vor rund 5.000 Mitarbeitern aus den Standorten im Großraum Stuttgart. Weitere 4.000 verfolgen den Auftritt in Leipzig und Weissach auf Monitoren. Im grauen Anzug tritt Porsche im Innenhof des Stammwerks in Stuttgart-Zuffenhausen ans Rednerpult und beschreibt offenherzig das hinter ihm liegende Ringen um die Zukunft der Stuttgarter Sportwagenschmiede. Das Unternehmen habe unruhiges Fahrwasser hinter sich. "Ich hätte Ihnen gern die ein oder andere Turbulenz erspart", sagt er sichtlich getroffen. In den Vordergrund stellt der Aufsichtsratsvorsitzende von Porsche die Verdienste von Wiedeking: Er und Finanzchef Holger Härter hätten nicht nur "wie die Löwen" für ihr Zukunftskonzept mit Kapitalerhöhung und Einstieg eines Investors gekämpft, das sich schließlich auch durchgesetzt hat. Wiedeking, der 1993 an die Spitze von Porsche rückte, habe Porsche aus der Not in Höhen geführt, die niemand vorher für möglich gehalten habe. Zu diesem Zeitpunkt bricht dem 66-Jährigen die Stimme, und er rückt die Brille zurecht, um seine Gefühle zu verbergen. Da öffnen sich auch bei den Mitarbeitern die Schleusen. Unter den Regenschirmen reiben sich zwei Mitarbeiterinnen verschämt die Tränen aus den Augenwinkeln, und einem jungen Kollegen zuckt es verdächtig um die Augen. "Mythos Porsche wird nie untergehen" Wie Balsam auf die Wunden der stolzen Mitarbeiter des Nobelherstellers wirkt da die Zusicherung Wolfgang Porsches, ihr Unternehmen habe eine eigenständige Zukunft - allerdings als Teil der großen VW-Familie. Und: "Machen Sie sich keine Sorgen um ihre Arbeitsplätze." Mit brechender Stimme ruft er ihnen zuletzt zu: "Der Mythos Porsche lebt und wird nie untergehen." Auch Betriebsratschef Uwe Hück berichtet von einem Brief von VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch und Wolfgang Porsche, die darin die Eigenständigkeit der Porsche AG zusichern. Nachdem aus den kürzlich angedrohten Protesten und Werksbesetzungen gegen eine Übernahme durch VW nichts geworden ist, kämpft Hück noch ein letztes Rückzugsgefecht gegen VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch; mit Blick auf die von diesem betriebene Übernahme von Porsche und die Abkehr von Wiedeking flicht er immer wieder ein: "Das war unanständig."
// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Porscheaner froh: Endlich Klarheit nach dem "Kasperle-Theater"
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