Samstag, 26.05.2012
28.05.2009
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Prüfgeschäft

TÜV Nord will sich breiter aufstellen

Der TÜV Nord sieht sich trotz Wirtschaftskrise auf Kurs. Die drittgrößte deutsche TÜV-Gruppe will nach einem deutlichen Umsatzplus im vergangenen Jahr weiterhin schneller wachsen als die Konkurrenz. Vorstandschef Guido Rettig sagte am Donnerstag in Hannover, es seien auch Zukäufe geplant. Dafür könne der TÜV Nord rund 200 Millionen Euro investieren. Die Preise für Unternehmen seien im Zuge der Finanzkrise deutlich gesunken. Das Auslandsgeschäft soll deutlich ausgebaut werden. 2008 stieg der Umsatz des Konzerns mit rund 7.700 Beschäftigten um knapp 13 Prozent auf 830 Millionen Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern erhöhte sich um mehr als ein Drittel auf rund 49,2 Millionen Euro. Bis Ende April dieses Jahres sei der Umsatz um neun Prozent gestiegen. Einbußen gebe es im Kfz-Prüfgeschäft, dagegen liefen etwa die Geschäftsbereiche Zertifizierung und Weiterbildung gut. Rettig sagte, der TÜV Nord wolle sich in den kommenden Jahren weiter von einem Prüf- zu einem Mischkonzern wandeln. "Wir brauchen eine breitere Basis im Konzern, um konjunkturell noch unabhängiger zu werden." Ausgebaut werden sollen Technologiebereiche, etwa das Engagement als Ingenieursdienstleister bei Rohstoffen, aber auch das Thema Weiterbildung. Klassisches Kfz-Prüfgeschäft verliert an Bedeutung Beim Wandel des Konzerns verliert das klassische Kfz-Prüfgeschäft etwa mit Haupt- und Abgasuntersuchungen, an Bedeutung. Der TÜV Nord will seinen Marktanteil von derzeit etwa 13 Prozent in Deutschland aber ausbauen. So soll der Kundenservice verbessert werden. Deutlich negative Auswirkungen auf das Kfz-Prüfgeschäft habe die Abwrackprämie. Da viele alte Autos durch Neuwagen ersetzt werden, rechnet der TÜV Nord damit, in diesem Jahr 100.000 Wagen weniger zu prüfen. Dies sorge für Umsatzausfälle von bis zu fünf Millionen Euro im Jahr. Insgesamt nimmt das Unternehmen rund 3,5 Millionen Fahrzeuge pro Jahr unter die Lupe. Mögliche Fusionen von TÜV-Gruppen in Deutschland seien endgültig vom Tisch, sagte Rettig. Grund seien kartellrechtliche Hürden. Geplante Fusionen etwa zwischen TÜV Nord und TÜV Süd oder TÜV Süd und TÜV Rheinland waren deswegen geplatzt. (dpa)

 
 
 
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