Das Türkei-Engagement des TÜV Süd ist in trockenen Tüchern. Die türkische Regierung und TÜV Turk unterzeichnen jetzt den Konzessionsvertrag über die Durchführung von periodischen Fahrzeuginspektionen nach deutschem Vorbild in der Türkei. Dies teilte der TÜV Süd am Dienstag mit. Die Laufzeit für das Projekt betrage 20 Jahre. In einem nächsten Schritt soll bis Ende 2008 ein flächendeckendes Netz von 189 Prüfstationen und 470 Prüfbahnen eingerichtet werden. Weitere 38 mobile Einheiten kämen vor allem in dünn besiedelten Regionen zum Einsatz. Betrieben werden die meisten Stationen laut Mitteilung im Rahmen eines Franchising-Systems. Das erste türkische Fahrzeug soll noch im vierten Quartal 2007 eine Prüfplakette erhalten. Insgesamt investiert der technische Dienstleistungskonzern, an dem die drei Partner TÜV Süd, der Kfz-Generalimporteur Dogus Grubu und der Infrastrukturspezialist Akfen zu je einem Drittel beteiligt sind, 633 Mio. Euro in der Türkei. Das Konsortium rechnet während der gesamten Vertragslaufzeit mit Umsätzen in Höhe von elf Mrd. Euro. Die Gewinnschwelle solle 2010 erreicht werden. Das Projekt steht im Mittelpunkt eines verkehrspolitischen Vorhabens der türkischen Regierung. Mit der Angleichung technischer Vorgaben an europäische Standards soll die Sicherheit auf türkischen Straßen steigen. Grundlage der Privatisierung von Fahrzeugtests ist die Übernahme der EU-Richtlinie 96/96/EG in türkisches Recht. Gespräche über TÜV-Fusion Bei den Verhandlungen über die geplante Fusion mit dem TÜV Nord rechnet der TÜV Süd Ende dieses oder Anfang nächsten Monats mit Ergebnissen. "Die Gespräche laufen", hieß es. Durch die Verschmelzung soll der größte TÜV in Deutschland mit mehr als 18 000 Beschäftigten und rund 1,8 Mrd. Euro Umsatz entstehen. (ab/dpa)
TÜV Süd: Türkei-Projekt unter Dach und Fach
Erstes Fahrzeug soll noch im vierten Quartal die Prüfplakette erhalten / Gewinnschwelle soll 2010 erreicht werden