TÜV Süd und TÜV Nord bleiben Singles

27.08.2007 11:03 Uhr
TÜV Süd und TÜV Nord: Kein gemeinsamer Kurs.

Gespräche über Fusion in "beiderseitigem Einvernehmen" beendet

Die geplante Fusion von TÜV Süd und TÜV Nord ist überraschend geplatzt. In beiderseitigem Einvernehmen habe man sich darauf verständigt, die Gespräche über einen gesellschaftsrechtlichen Zusammenschluss nicht fortzuführen und eigenständig zu bleiben, teilten die beiden Unternehmen am Montag in München und Hannover mit. Analysen der Wettbewerbsbedingungen hätten gezeigt, dass man unabhängig voneinander schneller und flexibler auf die Markterfordernisse reagieren könne als in einem großen Verbund, hieß es zur Begründung. "Ein Zusammenschluss beider Unternehmen hätte einen erheblichen Integrationsaufwand bedeutet und daher auf lange Zeit auch operative Kapazitäten gebunden", erklärten die Chefs von TÜV Süd und TÜV Nord, Axel Stepken und Guido Rettig. Noch in der vergangenen Woche hatte der TÜV Süd erklärt, der Zeitplan für das Zustandekommen der Fusion stehe, spätestens bis Anfang September sollte der Zusammenschluss besiegelt sein. Mit dem Schritt wollte sich das Unternehmen auch für die Zeit nach dem Fall des letzten Monopols im Industrie-Prüfgeschäft rüsten. Konkurrent Dekra hatte bereits angekündigt, dann flächendeckend anzugreifen. Der Zusammenschluss hätte das weltweit zweitgrößte Unternehmen der Branche mit 18.000 Beschäftigten und einem Umsatz von rund 1,8 Mrd. Euro entstehen lassen sollen. Der TÜV ist der Öffentlichkeit vor allem durch die Hauptuntersuchungen von Fahrzeugen bekannt, doch erstrecken sich die Prüf-Dienstleistungen auch auf Kraftwerke, Aufzüge, Haushaltsgeräte und Spielwaren. Nach Beendigung der Gespräche wolle man die Dienstleistungen eigenständig weiterentwickeln und separate Strategien verfolgen, erklärten die Unternehmen. Projektbezogene Kooperationen in einzelnen Arbeitsgebieten sollten aber fortgeführt werden. Verstimmungen hinter den Kulissen Beide Unternehmen hatten ihre Fusionspläne Ende März bekannt gegeben. Kurz darauf war es hinter den Kulissen zu Verstimmungen gekommen. Hintergrund war offenbar eine Äußerung des früheren TÜV-Süd-Chefs Peter Hupfer über die vergleichsweise bessere Rendite des TÜV Süd. Mit diesem Streit habe die Absage des Zusammenschlusses aber "absolut nichts zu tun", erklärte ein TÜV-Süd-Sprecher am Montag.

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