Experte: Über 450.000 Prämien-Anträge in der Warteschleife

02.03.2009 13:53 Uhr
Der Ansturm auf die Abwrackprämie ist laut einer Umfrage nach wie vor ungebrochen.
© Foto: Michele Tantussi/ddp

Der Fördertopf für die Abwrackprämie ist nach Einschätzung des GW-Experten Friedrich Arbeiter bereits abgeschöpft. Deshalb sollte die Subvention für alle in 2009 eingehenden Anträge und unterschriebenen Bestellungen gewährt werden.

Der Fördertopf für die Abwrackprämie ist nach Einschätzung des Gebrauchtwagenexperten Friedrich Arbeiter schon verbraucht. "Ab sofort kann sich kein Neuwagen-Besteller mehr sicher sein, dass er die Prämie noch bekommt", sagte Arbeiter am Montag gegenüber AUTOHAUS Online. Nachdem in der vergangenen Woche die Verkaufszahlen einiger Hersteller und Importeure bekannt wurden, rechnet er derzeit mit noch ca. 450.000 Prämien-Anträgen im Vorlauf. "Alle März-Besteller, mit Lieferfristen von zwei bis drei Monaten, werden aller Voraussicht nach leer ausgehen", so Arbeiter. Bessere Chancen hätten Kunden, die ein Fahrzeug vom Platz weg kaufen. Diese könnten auch noch im April in den Genuss der Förderung kommen. Arbeiter forderte erneut Nachbesserungen bei der Prämienregelung. Die von Branchenvertretern geforderte Verknüpfung des Antrages mit der Neuwagen-Bestellung sieht er angesichts der Hochrechnungen als nicht mehr zweckmäßig an. Stattdessen sollte die staatliche Förderung von 2.500 Euro für alle in 2009 eingehenden Anträge und unterschriebenen Bestellungen gewährt werden. Arbeiter ist zuversichtlich, dass dies auch eintreten wird: "Es ist nicht vorstellbar, dass Regierung und Wirtschaftsministerium möglicherweise Hunderttausende von Neuwagen-Bestellern im Regen stehen lassen." Der Ansturm auf die Abwrackprämie ist nach wie vor ungebrochen. Nach einer repräsentativen Umfrage des Marktforschungsunternehmens Harris Interactive planen 1,2 Millionen Haushalte für dieses Jahr konkret die Anschaffung eines neuen Autos und wollen dafür die Umweltprämie in Anspruch nehmen. Gefragt seien Modelle der Marken VW (36 Prozent), Opel (19 Prozent), Ford, Dacia (jeweils 15 Prozent) und Skoda (13 Prozent). 63 Prozent der Kunden möchten die Prämien-Abwicklung dem Händler überlassen. Für die Studie wurden zwischen dem 18. und 24 Februar 1.000 Führerscheinbesitzer in Deutschland befragt. (rp)

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KOMMENTARE

JB

03.03.2009 - 14:40 Uhr

der Gebrauchtwagenexperte hatte schon für Ende Februar die Ausschöpfung des Prämientopfes vorraus gesagt. Ich hoffe "Autohaus" bekommt ein "Abdruckhonorar" für solche, mehr als "Eigenwerbung für Handlesberater" zu verstehenden Artikel. Dann könnte sich daraus eine Preissenkung für Ihr Printprodukt ergeben und das wäre ein kleiner Beitrag zur Kostenreduzierung im Handel. Das Lesen Ihres Magazins ist auf jeden Fall immer wieder Amüsant.


Peter Köhr

03.03.2009 - 17:00 Uhr

Tolle Sache diese Abwrackprämie !! Da wird einer Rücksichtslosen Autoindustrie auf Kosten des freien Reparaturmarktes unter die Arme gegriffen.Einer Industrie,die sich durch Überproduktion,falscher Produkte nicht Umweltgerechten Automobilen und Rücksichtslosem Verhalten Ihren Händlern gegenüber, selbst in eine Schräglage gebracht haben wird massiv geholfen.Wer hilft jetzt den freien Werkstätten die hunderttausenden Mitarbeitern Arbeit geben und zu fairen Preisen Reparaturleistungen anbieten ? 50 % Umsatzverlust hier,sind jetzt schon vorhanden.Wenn diese Marktteilnehmer nun reihenweise Pleite machen,neben tausenden Gebrauchtwagenhändlern,wem ist dann eigentlich wirklich geholfen? Weg mit dieser Marktverzerrenden Prämie,kann ich nur sagen.Oder gleiches Recht für die freien Betriebe und Ausgleich des Umsatzverlustes durch den Staat!!So jedenfalls kann es nicht richtig sein! Nur haben diese Betriebe wohl keine ausreichende Lobby und dann geht es eben so. Und tschüß,liebe Gerechtigkeit. Politik mit Weitsicht , oder was ??


SJ

04.03.2009 - 13:25 Uhr

Das ist ja wohl nicht mehr als einer der üblichen "Panikmache"-Artikel...gepaart mit etwas "geschickt eingeflochtener" Werbung á la "Leute, kauft die Ladenhüter vom Hof!". Alle März-Besteller werden leer ausgehen, weil der "Experte" mit 450.000 Anträgen im Vorlauf "rechnet". Fundierte Fakten? Fehlanzeige! Die reinen Verkaufszahlen sagen so gut wie nichts aus, weil niemand weiß, wieviele davon an Anträge geknüpft sind. Völlig unberücksichtigt sind in dieser "Hypothese" die wohl recht zahlreichen Fehlerhaften oder Unvollständigen unter den bisher vorliegenden Anträgen. Wer sich für eine Einschätzung interessiert, die zumindest ansatzweise auf relevanten, überprüfbaren Tatsachen beruht, sollte vielleicht einmal hier schauen: www.autoplenum.de/Antworten/D/11009/Abwrackpraemie--Wann-wird-ueber-Oppermanns-Vorschlag-entschie.html?show_comments_38267=true# Dieser Experte kommt unter anderem zu dem Schluss, dass, wenn die mögliche Antragszahl bereits Ende Juni erreicht sein soll, verglichen mit den Vorjahreszahlen, JEDER Käufer eines privat genutzten Neuwagens einen Prämienantrag stellen müsste. Die Neuzulassungszahlen für Februar liegen inzwischen vor...und sind gerade einmal 20% höher, als im Vorjahr. Schade, dass hier die Kaffeesatz-Leserei irgendwelcher (...) Experten verkauft wird, als ob es in Stein gemeisselte Wahrheit wäre.


Horst aus Forst

10.03.2009 - 13:52 Uhr

Sorry, aber für wie blöd hält man uns denn? 218.000 verkaufte Autos, das ist eine halbe Milliarde Mwst, die der Staat schon eingekrallt hat. Feiner Deal, warum also nicht weiter auszahlen, auch über die 1.5 Mia. Euro hinaus;-) "Transparenz" machts möglich, ich hau mich wech.....man werden wir hier jeden Tag verarscht. Wird Zeit, das diese unliberalen Waffengesetze abgeschafft werden, Venceremos, Viva Revolution!!!


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