Samstag, 26.05.2012
29.01.2008
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6. World Mobility Forum

Umweltexperten watschen deutsche Autoindustrie ab

Öko-Experten haben die deutsche Automobilindustrie für ihr spätes Engagement in Umweltfragen kritisiert. Die Autohersteller hätten sich nicht an ihre Selbstverpflichtung gegenüber der EU gehalten, den Ausstoß von Kohlendioxid bei neuen Autos bis 2008 auf durchschnittlich 140 Gramm pro Kilometer zu senken, sagte der Präsident des Umweltbundesamts, Andreas Troge, am Dienstag beim 6. World Mobility Forum in Stuttgart. "Man kann froh sein, dass sich jetzt was tut. Das hätten wir alles früher haben können", sagte Troge. Auch Baden-Württembergs Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) äußerte Kritik: "Leider hat die Fahrzeugindustrie in den letzten 20 Jahren nicht immer nur geradlinig gespielt." Kurt Lauk (CDU), Mitglied des Europäischen Parlaments, sagte, die Autoindustrie liege allerdings nur knapp über der selbst auferlegten CO2-Grenze. Trotzdem herrsche in Brüssel die Meinung vor, die Automobilindustrie habe versagt und die Öffentlichkeit und die Kommission belogen. Der Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, warf der EU-Kommission politische Parteilichkeit in der Diskussion um die Einführung einer CO2-Obergrenze vor. Der Vorschlag der Kommission, den CO2-Ausstoß von Autos bis 2012 auf durchschnittlich 120 Gramm pro Kilometer zu reduzieren, treffe die deutsche Automobilindustrie besonders hart und begünstige die auf Kleinwagen spezialisierten französischen Produzenten. Wissmann sagte: "Die EU-Kommission hat sich offensichtlich weniger in den Dienst der Klimapolitik, sondern eher in den der frankophonen Industriepolitik gestellt." Troge warnte die deutschen Autohersteller, sich nicht in "Brüsseler Grabenkämpfe" verwickeln zu lassen und forderte konkrete Lösungsvorschläge statt "ständiger Angriffstrompeten". Am Rande des Forums übergab Daimler-Vorstandsmitglied Andreas Renschler die europaweit ersten Hybrid-Lastwagen an die Deutsche Post. Die Post-Tochter DHL soll die zwei Lkw in den kommenden zwei bis drei Jahren im Betriebsalltag testen. Der Hybrid-Antrieb verbrauche rund ein Viertel weniger Sprit als ein herkömmlicher Antrieb, sagte Renschler. (dpa)

 
 
 
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