Donnerstag, 02.09.2010
10.03.2010
Kfz-Gewerbe
Im Kfz-Gewerbe wuchs die Zahl der Insolvenzen im Vergleich zum Vorjahr um 15,6 Prozent.

Umweltprämie kann Pleitewelle 2009 nicht stoppen

Trotz des Konjunkturmotors Umweltprämie sind 2009 mehr Autohäuser und Werkstätten in die Knie gegangen als im Jahr davor. Nach aktuellen Berechnungen des Statistischen Bundesamts (Destatis) meldeten im vergangenen Jahr 1.272 Betriebe des Kfz-Gewerbes Insolvenz an. Das waren 15,6 Prozent mehr als 2008 – und auch mehr als der Bundesdurchschnitt. Insgesamt meldeten die deutschen Amtsgerichte 32.687 Unternehmensinsolvenzen und damit 11,6 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Gesamtsumme der Gläubigerforderungen im Bereich "Kfz-Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kfz" belief sich den Angaben zufolge auf etwa 2,7 Milliarden Euro (2008: 756,6 Millionen Euro); 7.546 Autohaus- und Werkstatt-Mitarbeiter waren betroffen (2008: 5.859). 312 Insolvenzen seien mangels Masse sofort abgewiesen worden, heißt es in der Statistik. Zum Vergleich: Die Gerichte bezifferten die voraussichtlichen Forderungen aller Gläubiger im Jahr 2009 auf rund 85 Milliarden Euro. "Dies war die bisher höchste Forderungssumme und ist auf die Insolvenzen einiger wirtschaftlich bedeutender Unternehmen zurückzuführen", so die Statistiker. 2008 beliefen sich die Forderungen auf 33,5 Milliarden Euro. Zum Zeitpunkt des Insolvenzantrages waren 2009 bei den insolventen Unternehmen den Angaben zufolge 250.813 Personen beschäftigt. Im Vorjahr waren 121.675 Arbeitnehmer von Insolvenzen betroffen. Allerdings konnten die Gerichte in beiden Jahren bei etwa 16 Prozent der insolventen Unternehmen keine Angaben über die Zahl der betroffenen Beschäftigten machen. Massive Geldnot im Handel Im Kfz-Bereich rollte die Insolvenzwelle vor allem durch den Fahrzeughandel: 687 Autohäuser waren 2009 in finanziellen Schwierigkeiten – ein Fünftel mehr als im Jahr davor. Zudem standen 151 Händler von Kraftwagenteilen und -zubehör vor dem Aus (plus 36 Prozent). Im Nutzfahrzeughandel kletterte die Zahl der Pleiten trotz eines schwachen Geschäfts lediglich um 2,9 Prozent auf 35 betroffene Unternehmen. Ähnlich robust steuerten die Reparatur- und Servicebetriebe durch das Krisenjahr. 309 Werkstätten stellten laut Destatis einen Antrag auf Insolvenzverfahren. Das ist ein Anstieg um 4,7 Prozent im Vergleich zu 2008. (ng/rp)

 
 
 
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