Die von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) geplante Spritverbrauchs-Kennzeichnung empfiehlt nach Angaben des Bundes für Umwelt und Naturschutz (BUND) auch schwere Fahrzeuge mit hohem Kohlendioxid-Ausstoß. In seinem Entwurf für das Klimaschutzpaket der Bundesregierung wolle er Autos mit hohem Spritverbrauch als klimafreundlich kennzeichnen, kritisierte die Umweltorganisation am Freitag in Berlin. Autokäufer würden desinformiert und das angestrebte Ziel einer Senkung der CO2-Emissionen im Verkehrsbereich werde verfehlt. "Glos will Klimakiller-Autos grün tünchen", sagte BUND-Geschäftsführer Gerhard Timm. Die Kennzeichnungs-Verordnung für Autos soll durch eine Klassifizierung von "A" bis "G" wie beim Stromverbrauch von Kühlschränken und Waschmaschinen den Autokäufern schnellen Einblick in den Verbrauch der verschiedenen Wagentypen geben. Daneben sollen die Hinweisschilder weitere Verbraucherinformationen enthalten: Angaben zur Jahressteuer und den durchschnittlichen Spritkosten im Jahr bei einer Laufleistung des Fahrzeugs von 20.000 Kilometern. Die Organisation kritisierte, dass laut Ministeriumsentwurf die Klassifizierung jeweils entsprechend dem Fahrzeuggewicht vorgenommen werden soll. Das hätte zur Folge, dass zum Beispiel ein 2,5 Tonnen schwerer Geländewagen mit einem Kohlendioxid-Ausstoß von 197 Gramm pro Kilometer ebenso zur besten Klasse "A" gehören würde wie ein ein Tonnen schweres Auto mit nur 94 Gramm. (dpa)
Umweltschützer kritisieren geplante Verbrauchs-Kennzeichnung
BUND: Bundeswirtschaftsminister Glos "will Klimakiller-Autos grün tünchen"