Freitag, 25.05.2012
11.05.2010
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Elektroauto

"Unaufhaltsame Entwicklung"

Schon 5.000 Elektroautos der Spezialisten von Micro-Vett sind in Italien unterwegs. Für Deutschland hat der Hamburger Fiat-Professional-Händler Sirri Karabag den Generalimport übernommen. Für seinen Karabag 500e auf Basis des Fiat Cinquecento liegen bereits 700 Bestellungen vor. Karabag erläutert, warum der Siegeszug der E-Mobilität nicht mehr aufzuhalten ist.

AH: Wie sehen Sie die Chancen für Elektroautos insgesamt?

S. Karabag: Ich gehe davon aus, dass sich die E-Mobilität unaufhaltsam weiterentwickeln wird. Die Akkutechnologie macht riesige Sprünge. Heutige Akkus können Leistungen von bis zu 22 kW pro Stunde aufnehmen. Ausgedrückt wird dies mit dem C-Wert. Momentan befinden wir uns bei 1-C, d. h. ein Fahrzeug kann innerhalb von einer Stunde ausreichend "Saft" für gut 140 km aufnehmen. Die Hersteller von Akkus haben angekündigt, noch in diesem Jahr Modelle auf den Markt zu bringen, die 8-C schaffen. Das würde bedeuten, dass man dieselbe Energie in ca. acht Minuten aufnehmen könnte. Berufs­skeptiker sagen, dass es allenfalls 4-C werden. Das hieße, man braucht eine Viertelstunde. Außerdem werden die Akkus bei größerer Leistung kleiner. Selbstverständlich stellt der hohe Preis zurzeit noch ein Problem dar. Das wird sich aber erledigen, wenn die Produktion aufgrund der größeren Nachfrage steigt. Man geht von einer "Fünftelung" der Akkupreise binnen der nächsten vier bis acht Jahre aus.

Gibt es für Kleinwagen, die 55.000 Euro kosten, einen Markt?

Den gibt es durchaus. Wir haben bereits Orders für ca. 700 Einheiten, allerdings nicht von Endverbrauchern. Vielmehr unterhalten wir uns vorrangig mit der Energiewirtschaft. Es gibt zurzeit keinen Energieversorger in Deutschland, der nicht mit uns im Gespräch ist. Darüber hinaus verkaufen wir Fahrzeuge an Stadtwerke und Kommunen. Auch große Flottenkunden sprechen mit uns.

Welche Voraussetzungen müssen geschaffen werden, um größere Stückzahlen zu verkaufen?

Die Energieversorger bauen gerade in rasanter Geschwindigkeit Autoladenetze auf. Darüber hinaus müssen kurzfristig Standards entwickelt werden, auf die sich alle Beteiligten einigen. Auch ein Roamingsystem zwischen den Energie­versorgern wäre hilfreich. Schließlich ist die Entwicklung und Einführung von bidirektionalen Stromnetzen ein wichtiger Schritt, um diese Technologie schneller bezahlbar zu machen und auch der Ökologie einen Dienst zu erweisen. Ob es notwendig ist, wie üblich nach staatlichen Subventionen zu rufen, weiß ich nicht. Ich glaube, dass die Kundschaft nicht lange auf sich warten lässt, wenn die Fahrzeuge erschwinglich werden. (AH)

Das vollständige Interview mit Sirri Karabag lesen Sie in AUTOHAUS 10, das am 17. Mai erscheint.

 
 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

12. Mai 2010 11:03
Ralf Herrmannsdorf meint:
Die Ladezeit ist das eine. Hat schon mal jemand über die Entladung bei winterlichen temperaturen nachgedacht?Die Heizung des Fahrzeugs die ebenfalls Strom benötigt oder eine Klimaanlage auf die die wenigsten verzichten wollen benötigen ebenfalls Energie die zum fahren benötigt wird.Aus meiner Sicht steckt die Sache noch richtig in den Kinderschuhen und bürgt noch für jede Menge Entwicklungspotential.Sicher wird es Individualisten geben die schon jetzt so ein Fahrzeug haben wollen aber bei unseren preissensiblen Kunden die ihr Fahrzeug nach Versicherungseinstufung, Inspektionskosten,Wiederverkaufswert usw.auswählen ist da schnell das Ende der Fahnenstange erreicht


11. Mai 2010 18:23
Hans von Ohain meint:
"1 Stunde Ladezeit für 140 km Reichweite" ist also der Status Quo. Und noch in diesem Jahr soll das in bis zu 8 Minuten gehen?

Liebe Autohaus-Redaktion,
zu den Grundsätzen journalistischer Tätigkeit gehört doch auch das Gegenchecken von aufgestellten Behauptungen, oder? Ich bin gespannt, ob Sie das tun werden. Oder glauben Sie das Gesagte einfach so?

Ich habe daran erhebliche Zweifel.

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