Samstag, 26.05.2012
03.02.2010
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Toyota-Rückrufe

"Und alle hauen drauf"
Von Thomas Seidenstücker

Der Handel sieht die jüngsten Rückrufaktionen bei Toyota eher gelassen. Detlev Gollhardt, Betreiber mehrerer Toyota-Betriebe in Westthüringen und Osthessen, sagte gegenüber AUTOHAUS Online: "Die aktuelle Panikmache grenzt schon an eine Hetzjagd. Es scheint, als hätten wir momentan den schwarzen Punkt auf der Stirn und alle hauen drauf. Natürlich sind manche Kunden verunsichert, doch wir sind von Toyota gut informiert. Zudem wird es kurzfristig eine Lösung geben, und so lässt sich die Hysterie beruhigen." Auch Toyota-Händlerverbandspräsident Burkhard Weller mahnt zur Besonnenheit: "Man sollte sich darauf besinnen, dass in Deutschland kein einziger Gaspedalproblemfall bekannt ist. Nach internen Recherchen gibt es bei unseren eigenen Betrieben etwa 2.000 betroffene Fahrzeuge. Ein paar Kunden rufen diesbezüglich an, sind aber nicht aufgebracht, da sie mit ihrem Toyota ein nach wie vor sehr zuverlässiges Fahrzeug haben." Ab Ende nächster Woche und bei Verfügbarkeit der Einbauteile wird der Händler nach eigenen Angaben unabhängig vom KBA unsere Kunden anschreiben und die Reparatur proaktiv angehen. "Kratzer im Image wird es geben, doch ich befürchte diese weniger bei unseren Kunden und mehr bei denenm die uns noch nicht kennen. Hier wird der Hersteller um eine Imagekampagne nicht herum kommen", so Weller. Toyota geht es in diesen Tagen mächtig an den Kragen. Erst die Diskussionen und der Rückruf in den USA, weil sich ein Pedal unter der unsachgemäß gesicherten, mehrlagigen Fußmatte verhaken konnte, nun die möglicherweise klemmenden Gaspedale und ein weltweiter Rückruf. Analysten sehen die Marke im Sturzflug, das Image scheint schwer beschädigt, Wettbewerbsmarken buhlen mit Prämien gezielt um Toyota-Kunden, und die schlechten Verkaufszahlen im Januar sind die Konsequenz. US-Verkehrsminister Ray LaHood rief am Mittwoch die Besitzer wegen des Gaspedal-Debakels zurückgerufener Toyotas auf, den Wagen stehenzulassen. "Wenn irgendjemand solch ein Auto besitzt: Nicht mehr fahren und zu einem Toyota-Händler bringen", sagte LaHood vor einem Ausschuss des Abgeordnetenhauses. "Wir müssen das Problem in den Griff bekommen, damit sich niemand darüber Gedanken machen muss, eventuell den Motor auszustellen, auf die Bremse zu steigen oder auszukuppeln."

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: Bisher keine Fälle in Deutschland bekannt

 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

06. Februar 2010 01:25
Eugen Thoma meint:
In USA ist das Image gemäss Zeitungsberichten von plus 28 Ende 2009 jetzt auf minus 17 (noch schlechter als der Hummer) abgesackt. Einige Quellen behaupten, die Probleme seien schon 2003 aufgetreten und, wie passend, "unter den Teppich gekehrt worden. Aber nachdem es Toyota ja
geschafft hat, die ursprünglich amerikanische Erfindung des Kaizen oder KVP innerhalb weniger Jahre weltweit als Ergebnis des eigenen Hirnschmalz auszugeben, glaube ich, dass in drei Jahren gleich eine
Verleumdungsklage kommt, wenn dann jemand auf die "alten" Probleme hinweist...
Die Suppe ist noch am Kochen, Tellerservice kommt erst im Sommer! Und Vorsicht, das Menue kann sogar ein Mehrgänger werden...


03. Februar 2010 22:08
Peter Hafen meint:
Ich kann mich sehr wohl erinnern, in 2008 einen Toyota RAV 4 2,2 Diesel gefahren zu haben, der bei Vollgasfahrt mehrfach in der entsprechenden Gaspedalstellung hängen blieb. Ein kurzes "Nachtreten" beendete diesen Spuk. Und da ich nun nach vielen Hundertausenkilometern entsprechend abgebrüht war, habe ich und die betroffene Werkstatt diesem nur wenig Aufmerksamkeit gewindmet. Allerdings empfinde ich es nun als sehr billig, wie der einstige Qualiträtsbenchmaker dieses "real existierende" Problem herunterspeielen will, und auch noch andere Marken hinein zuziehen versucht. Erinnern wir uns nur an die Realität: Masterplan: 2010: 200.000 Zulassungen in Deutschland. Realität 2010 ???

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