Dienstag, 07.02.2012
03.12.2008
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Krise

US-Autoriesen betteln um mehr Geld

Die Krise der amerikanischen Autohersteller ist noch schlimmer als bislang bekannt. Die drei Konzerne General Motors, Ford und Chrysler ersuchten den US-Kongress um neue Kredite von insgesamt 34 Milliarden Dollar. Die Lage ist akut: Die Opel-Mutter GM will vier Milliarden Dollar noch im Dezember haben. Auch Chrysler braucht die angefragten sieben Milliarden Dollar bis Jahresende. Der größte US-Autobauer GM ersuchte den US-Kongress am Dienstag insgesamt um neue Kredite von bis zu 18 Milliarden Dollar bis Ende 2009. Ford braucht bis zu neun Milliarden, hofft aber, auf das Geld nicht unbedingt zugreifen zu müssen. Die US-Abgeordneten hatten bisher nur über neue Kredite von insgesamt 25 Milliarden Dollar für die drei großen Autobauer beraten. Die Arbeitnehmer zeigten sich unterdessen zu konkreten Zugeständnissen bereit. Die Vereinbarungen mit den Unternehmen sollten überprüft und geändert werden, sagte der Chef der Autobauer-Gewerkschaft UAW, Ron Gettelfinger, am Mittwoch. Dazu zähle, Arbeitsplatzgarantien zu lockern und Zahlungen an einen Krankenversicherungsfonds zu verschieben. "Wir sind bereit, hier einen zusätzlichen Schritt zu tun", sagte Gettelfinger. Die GM-Ankündigung löste sofort neue Spekulationen über eine drohende Pleite aus. Das "Wall Street Journal" berichtete, die ranghohe Funktionäre der Autoarbeiter-Gewerkschaft UAW befürchteten eine Insolvenz von General Motors noch vor Weihnachten, falls die Milliarden vom Staat nicht kämen. Das Unternehmen selbst betonte am Dienstag, es wolle eine Insolvenz unbedingt verhindern und setzte alles daran, die Hilfen aus Washington zu bekommen. Die Autobauer beantragten die Kredite zur Vorlage eines Sanierungsprogramms im US-Kongress. Die Abgeordneten hatten überzeugende Zukunftspläne zur Voraussetzung für die dringend benötigten Kredite gemacht.

 

// Lesen Sie weiter auf Seite 2: GM strebt schnelle Trennung von Saab an

 
 

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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

04. Dezember 2008 13:11
Rüdiger Seewald meint:
Zum Artikel 'Schnelle Trennung von Saab':
Wäre schade, wenn diese tolle Marke unterginge; hoffentlich springt ein seriöser Investor ein, was eine grosse Chance sein kann hinsichtlich der Qualität, die vor der Übernahme durch GM spürbar höher gewesen ist - bis Anfang der 90er noch waren die 900er/9000er-Modelle echte Langzeitautos verglichen mit den aktuellen, auch wenn die heutigen immer noch Premium und deutlich besser als der Durchschnitt sind (ich besitze jetzt den 4. Saab seit 1996, einen 2004er 9 5 Aero SportCombi), an dem auch nach 85.000 km keinerlei Verschleiss; Reparaturen oder Klappern aufgetreten ist). Auch wenn eine Fertigung nahe an Manufakturqualität wie in den 90ern zu vergleichsweise moderaten Preisen heute nicht mehr möglich ist, würden alte Saab-Fans der Marke bestimmt treu bleiben, wenn zeitloses Design gepaart mit guter Qualität und Komfort als Alleinstellungsmerkmal weiter verfolgt werden. Ich bin wahrscheinlich kein Einzelfall, dem es schwerfallen wird, eine Ersatzmarke zu finden, wenn Saab vom Markt verschwinden würde.


03. Dezember 2008 18:42
Giorgio Maurici meint:
Ich halte eher GM für den wahrscheinlichsten Kandidaten für Chapter 11. Chrysler hat auf der Detroit Autoshow sowohl 3 Elektro-Fahrzeuge vorgestellt (von denen eines 2010 in Serie gehen soll), als auch eine Reihe von neuen Motoren (MB 2,2 L CRD) und Hybrid-Projekten in petto. Dazu kommt die Unabhängigkeit vom Aktienmarkt und damit größere Beweglichkeit. Zudem hat die Nr. 3 den Fahrzeugausstoß bereits am konsequentesten dezimiert und macht insofern gerade weniger Verluste, als GM oder Ford (die mit jedem Fzg. Geld verbrennen).
GM dagegen kommtz nicht schnell genug aus seinen Produktionskapazitäten raus und würde sich über Chapter 11 aus den Gewerkschaftsverpflichtungen herausstehlen können. Zudem müssen, anders als bei Chrysler, noch mehrere Marken verkauft werden. Kein leichtes Unterfangen in diesen Zeiten.
Alles in allem bleibt es spannend..


03. Dezember 2008 14:51
einer wird gehen... meint:
bei den us-autoherstellern wird ford die größten chancen auf rettung haben, da der konzern sowohl umweltfreundliche, als auch kleine modelle im programm hat. general motors müßte aufgrund der arbeitsplätze gerettet werden, da das entstehende volumen an arbeitslosen den us-konsum weiter ausbremsen würde. m.E. hat chrysler aufgrund mangelnder zukunftsfähiger modelle die schlechtesten chancen auf rettung, da auch innovative ideen für die automobile zukunft nicht startbereit sind.

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