Samstag, 26.05.2012
12.04.2006
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Verbände kritisieren erneut "Blockade" bei Filterförderung

Mehrere Umwelt- und Verbraucherverbände haben vor einer steigenden Gesundheitsbelastung durch Feinstaub gewarnt und eine schnelle Rußfilter-Förderung für Diesel-Autos angemahnt. In Deutschland gebe es durch Feinstaub bis zu 75.000 verfrühte Todesfälle im Jahr, sagte Greenpeace-Verkehrsexperte Günter Hubmann am Mittwoch in Berlin. Die Belastung mit Feinstaub könne bei einer Nachrüstung aller neun Mio. Dieselfahrzeuge mit Partikelfiltern um bis zu einem Viertel gesenkt werden. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) warf der Bundesregierung erneut vor, wegen der Autoindustrie den Steueranreiz für Dieselfahrzeuge mit Partikelfiltern zu verzögern. Die Förderung soll nach Angaben des Bundesfinanzministeriums noch deutlich vor 2008 kommen. Sie war vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) für 2005 angekündigt worden. Im Koalitionsvertrag vereinbarten Union und SPD, dass die Nachrüstung mit Partikelfiltern steuerlich gefördert und neue Fahrzeuge ohne Filter von 2008 an mit einem Malus belegt werden. Zudem kritisierten die Umweltverbände die Bundesratsentscheidung vom vergangenen Freitag, Euro-4-Dieselmodelle ohne Filter im Rahmen der Kennzeichnungsverordnung wie Fahrzeuge mit Rußfilter zu behandeln (wir berichteten). Auch der ADAC bezeichnete diese Regelung als "kontraproduktiv", da sie den Anreiz zum Kauf von Fahrzeugen mit Filter zerstöre. Allerdings lehnt der Automobilclub grundsätzlich eine Plakettenpflicht ab, da Pkw nach seinen Erkenntnissen nur zu einem geringen Teil zur Feinstaub-Belastung beitragen. In dieses Horn stieß auch der Verband der Automobilindustrie (VDA). Laut VDA erreichen moderne Euro-4-Dieselmodelle auch ohne Filter eine Partikelminderung von 93 Prozent. Fahrverbote für solche Modelle setzten "am völlig falschen Ende an". Der Verband verwies zudem auf seine Zusage, bis 2009 alle Neuwagen mit einem Rußfilter auszustatten. Auch für eine Förderung der Nachrüstung setze man sich seit langem "mit Nachdruck" ein. Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) wies den Vorwurf einer zu zögerlichen Umsetzung der Rußfilter-Förderung zurück. "Wir beschäftigen uns mit dem Thema, aber es ist eine komplizierte Sache", sagte er am Mittwoch in Berlin. Der Komplex werde aktuell zwischen den zuständigen Ministerien abgestimmt. Problematisch sei u.a. die Regelung für Altfahrzeuge. Steinbrück wollte keinen Zeitpunkt nennen, bis wann die Förderung ausgearbeitet sein soll. Feinstaub verstärkt Allergien Unterdessen haben Wissenschaftler des Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit in Neuherberg bei München nach eigenen Angaben einen Zusammenhang zwischen Feinstaub und allergischen Reaktionen nachgewiesen. Tierversuche hätten ergeben, dass besonders die ultrafeinen Kohlenstoffpartikel, wie sie im Dieselruß enthalten sind, einen verstärkenden Effekt auf allergisch bedingte Atemwegsreaktionen haben. (dpa/ng)

 
 
 
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