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Nur eine Studie: der E-Bugster von Volkswagen
NAIAS 2012
"Verbrennungsmotor bleibt vorerst Standard"
Von Daniel Schnettler, dpa, und Dorothee Tschampa, dpa-AFX
Schnittig sieht er ja aus, der E-Bugster von Volkswagen. Auf Basis des Beetle haben die VW-Ingenieure einen zweisitzigen Elektroflitzer auf die Räder gestellt, der mit seinem 114 PS-Motor ordentlich Fahrspaß bereiten dürfte. Der Haken an der Sache: Das Auto ist nur eine Studie. Sie steht auf der Auto Show in Detroit. Ob der E-Bugster es jemals auf die Highways oder Autobahnen schaffen wird, ist unklar.
Seit Jahren geistert das Schlagwort von der Elektroauto-Revolution durch die Messehallen. Doch in den Autohäusern kommt davon nicht viel an. Nissan ist von seinem Leaf, der vor einem Jahr auf den Markt gekommen ist, gerade mal gut 21.000 Stück losgeworden - und dabei handelt es sich nach eigenen Angaben um das "meistverkaufte Elektroauto der Welt". General Motors hat von seiner Elektrolimousine Chevrolet Volt in der Heimat sogar nur knapp 7.700 verkauft. Die Panne um brennende Batterien nach einem Crashtest haben den Zweiflern neue Nahrung geliefert.
"Spritsparende Benzin- und Dieselmotoren werden noch lange Zeit das Rückgrat der Antriebstechnologie für Fahrzeuge darstellen", sagt Autofachmann Stefan Bratzel von der Fachhochschule Bergisch Gladbach. Als Übergangstechnologien sieht er Hybridantriebe - besonders solche Wagen, die an der Steckdose geladen werden können. Seiner Meinung nach werden reine Elektroautos auf absehbare Zeit ein Nischenprodukt bleiben. Auch viele Autobauer trauen dem Elektroauto nicht so recht. "Die Skepsis ist berechtigt", sagte Fiat- und Chrysler-Doppelchef Sergio Marchionne. "Bis zum Jahr 2025 wird der Verbrennungsmotor der Standard bleiben." Nicht mal für das Hybridauto - der Symbiose aus Elektro- und Verbrennungsantrieb - glaubt der Manager an eine große Zukunft. Es sei einfach zu teuer, zwei Antriebsstränge in ein Auto einzubauen.
Toyota gehört zu den wenigen, die dank des Bestsellers Prius auf große Stückzahlen bei den Hybridwagen kommen. Vor allem die US-Kunden stehen auf den kompakten Wagen. 136.500 Stück haben sie im vergangenen Jahr gekauft - fast jeder zehnte Toyota-Kunde hat sich damit für das Modell entschieden. In Detroit enthüllten die Japaner den kleineren Bruder Prius C, nachdem sie im Vorjahr den Familienwagen Prius V gezeigt hatten. VW setzt ab Ende des Jahres in Nordamerika seinen Jetta Hybrid dagegen. "Der bisherige Erfolg des Hybrids in den USA - und vor allem des Toyota Prius - ist steuerlichen Erleichterungen und dem Trend zum ökologischen Konsum geschuldet", meint Experte Jörg Krings von der Strategieberatung Booz. "Die neuen Hybridantriebe, die jetzt vorgestellt werden, müssen sich jetzt erst einmal im Normalgebrauch ohne Steuererleichterungen beweisen."
Moderne Diesel europäischer Hersteller als Alternative
Auch Daimler und BMW bauen ihre Hybridpalette aus. So folgt bei den Bayern auf den 7er Hybrid der 5er und 3er Hybrid. Über die geplanten Stückzahlen herrscht Schweigen. Viel lieber reden die Deutschen in den USA über den Diesel - der auf den Highways aber nur in homöopathischen Dosen herumfährt. Viele Amerikaner setzen den Diesel bis heute gleich mit Stinker. Nach Meinung von Bratzel liegt das an der mangelnden Diesel-Kompetenz der großen US-Autobauer GM und Chrysler, die entsprechend wenig Interesse an der Verbreitung hätten. Moderne Diesel europäischer Hersteller könnten aber für Amerikaner, die auf langen Strecken sparsam unterwegs sein wollen, zur Alternative werden, meint Experte Krings. Volkswagen etwa liefert rund ein Fünftel der in den USA verkauften Wagen bereits mit Dieselmotor aus.
Im Rennen um die künftig vorherrschende Antriebstechnologie dürfte der Entwicklung des Spritpreises eine entscheidende Rolle zukommen. "Mit steigenden Spritpreisen werden auch in den USA energieeffiziente Motoren wichtiger", sagt Bratzel. Das könnte dem Diesel in die Hände spielen - aber auch die Nachteile des noch deutlich teureren Elektroantriebs aufheben. Audi-Vertriebsvorstand Peter Schwarzenbauer sieht die Diskussion pragmatisch: "Am Ende entscheidet der Geldbeutel des einzelnen Kunden." (dpa)
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(Foto: VW)
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