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Am weiß-blauen Handels-Himmel hängen dunkle Wolken.
BMW-Netz
Vermarktungsaktion sorgt für große Unruhe
von Ralf Padrtka
In der BMW-Handelsorganisation herrscht "starke Verunsicherung" über die Vermarktung von Fuhrpark- und Mietfahrzeugen an Mitarbeiter des Münchner Autobauers zu besonders günstigen Konditionen. Das erklärte der Präsident des Verbands Deutscher BMW Vertragshändler (VDB), Werner E. Entenmann, am Donnerstag gegenüber AUTOHAUS Online. Er rät den Händlern, im Moment keine Dienstwagen auf Vorrat abzunehmen, da zu befürchten sei, dass sich ähnliche Aktionen künftig wiederholen könnten. BMW versuchte die Wogen zu glätten und hat sich mittlerweile bereit erklärt, die Aktion "Family und Friends" zum 1. August zu beenden. Bei der Aktion können Mitarbeiter der BMW AG bis zu sieben Rückläufer von Behörden und Autovermietern für Verwandte, Bekannte und Freunde kaufen – zu Konditionen, die nach Ansicht des Verbands "deutlich unter den Einkaufspreisen des Handels liegen". Der VDB hatte in den vergangenen Wochen in mehreren Schreiben an die Mitgliedsbetriebe sein Unverständnis über die Hersteller-Aktion zum Ausdruck gebracht. Zudem forderte er BMW auf, die restlichen Fahrzeuge dem Handel zu den gleichen Konditionen – auch ohne Valuta und "Europlus"-Garantie – zur Verfügung zu stellen. BMW-Sprecher Alexander Bilgeri konnte die Aufregung der Händlerschaft heute nur bedingt nachvollziehen. Die rund 5.000 Fahrzeuge aus dem Altbestand – zum Teil noch Vor-Facelift-Modelle und ohne Efficient Dynamics-Paket – seien bereits vor Aktionsstart dem Handel angeboten worden, erklärte Bilgeri gegenüber diesem Dienst. "Sie wurden aber nicht abgenommen." Nach seinen Angaben wurden über "Family and Friends" bislang 2.300 Autos abverkauft – die noch nicht vermarkteten Wagen sollen jetzt den Händlern zu "günstigen Konditionen" offeriert werden. "Lösung in der BMW-Familie" Davon zeigte sich VDB-Präsident Entenmann überrascht: "Wir haben noch kein Angebot von BMW vorliegen." Zum Argument des Herstellers, die Wagen mit langen Standlaufzeiten, ungünstigen Ausstattungspaketen und relativ hoher Kilometerleistung würden nicht die von den Händlern gewünschte Klientel ansprechen, sagte er: "Wir haben von den kritischen Fahrzeugen gewusst und BMW schon vor zwei Monaten angeboten, das Thema in der Familie zu lösen". Schließlich hätten die Partner die Wagen aufrüsten und gegebenenfalls instand setzen können. Bilgeri betonte, dass BMW mit "Family and Friends" vor allem seine Bestandsproblematik lösen und den Anteil an werkseigenen Fremdfabrikatsfahrern reduzieren wollte. "Wir haben die Fahrzeuge vor allem den Arbeitern am Band angeboten, die sich keinen BMW leisten können oder wollen". Kaufbedingungen seien u.a. eine Haltefrist von sechs Monaten und die Selbstabholung im Speditionslager Kehlheim. Zudem müssten die Abnehmer Reparaturen an beschädigten Fahrzeugen selbst zahlen. "BMW hat sich damit auch bewusst gegen die Vermarktung über Wiederverkäufer entschieden, die die Fahrzeuge letztlich zum Schaden des Handels in den Markt gebracht hätten", so der Sprecher.
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(Foto: BMW/AHO-Montage)
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