Dienstag, 07.02.2012
14.01.2009
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Kabinettsbeschluss

Verschrottungsprämie ab sofort wirksam

Mit der Billigung des zweiten Konjunkturpaketes durch das Bundeskabinett ist am Mittwoch die Regelung für die sogenannte Verschrottungsprämie zur Stärkung der Autonachfrage in Kraft getreten. Von sofort an erhält damit jeder, der sein mindestens neun Jahre altes Auto verschrottet und dafür einen umweltfreundlichen Neu- oder Jahreswagen kauft, eine Prämie von 2.500 Euro. Voraussetzung ist, dass das Altauto mindestens ein Jahr auf den Halter zugelassen war. Der Neuwagen muss mindestens die Abgas-Norm Euro 4 erfüllen. Die Prämie gilt für Zulassungen bis zum Jahresende. Eingeplant sind dafür 1,5 Milliarden Euro. Laut Angaben des Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) kommen für die ausgelobte Auto-Abwrackprämie in Deutschland gut 16 Millionen ältere Wagen infrage. Nach den letzten verfügbaren Daten von Januar 2008 wären das rund 29 Prozent des gesamten Fahrzeugbestandes von 55 Millionen Autos. Kritik nimmt zu - Merkel verteidigt Branchenhilfen Die Kritik von Opposition und Experten nimmt indes zu. Grünen-Fraktionschefin Renate Künast sprach im ZDF von einer "Aufkaufprämie für falsch hergestellte Autos". Das Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) sprach von der Subventionierung einer Branche mit allen negativen, verzerrenden Wirkungen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) verteidigte die Prämie zur Verschrottung alter Autos und zum Kauf von Neuwagen. Sie wisse, dass es erhebliche Diskussionen darüber gebe, einer bestimmten Branche zu helfen. Es gehe aber nicht um irgendeine Branche. "Die Autoindustrie gehört zur Kernsubstanz unseres Industrielandes", sagte Merkel bei einer Regierungserklärung im Bundestag. Das IWH erklärte, eine Stimulierung der Konjunktur als Begründung könne nur bedingt tragen, denn in der Globalisierung würden Autos nicht nur in Deutschland produziert. Für viele Halter älterer Fahrzeuge sei trotz Prämie und befristeter Steuerbefreiung ein Neuwagen nicht erschwinglich. Wer ältere Zweitfahrzeuge habe, könne aber mit der Prämie angeregt werden, diese Autos zu ersetzen. (dpa)

 
 
 

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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

16. Januar 2009 15:17
Concorde meint:
Neuwagen in der Basisausstattung 7.500,- € minus Verschrottungsprämie.
Fragt der Kunde: "Und was geht da noch im Preis?"
Nach Erklärung das es leider keinen weiteren Nachlass gibt hat er nur gelacht, irgendetwas von Kneifzange und Hose anziehen gebrabbelt, und ist aus dem Haus gegangen.

Soeben im Autohaus erlebt.

Ein Neuwagen ist also immernoch zu teuer ;-)


16. Januar 2009 12:08
Striker meint:
Hilfe, bitte rettet uns vor den Rettern. Staatskapitalisten und Pseudoersthelfer vom Schlage Merkel und Steinbrück sowie verkappte Beamte á la Steinmeier werden mit dieser Art von Politik den Rest der Marktwirtschaft begraben.

Erst werden Banken mit abenteuerlichen Summen unter staatliche Kontrolle gebracht (Wert von 100% Commerzbank = 4 Mrd., der Bund zahlt für 25% plus eine Aktie annähernd 20 Mrd.). Dann werden weitere Kredite aufgenommen, um die nächsten Teile unserer Wirtschaft zu privilegieren. Dazu zaählt dann auch die Automobilwirtschaft (der ich im Übrigen auch angehöre).

Dennoch kann nicht angehen, dass jeder igendwelche Geldforderungen stellt, die auf Pump finanziert, nur Strohfeuer entfachen. Wo bitte soll den bei der Abwrackprämie (oder wie auch immer man das nennen will) der langfristige Effekt sein? Damit wird es doch keinem Händler besser gehen, da sich die allgemeinen Rahmenbedingungen und das eingeübte Prozedere am Markt nicht ändern.

Diese unsere Branche macht bislang kaum Anstalten, sich in der aufziehenden Krise neu zu ordnen. Dazu gehören Fahrzeuge, die der Markt nachfragt, die Anpassung der Produktionskapazitäten, die Neuvertreilung der Rollen von Herstellern und Vertriebspartnern, die Anpassung der Vertriebsnetze an die neuen Realitäten sowie die Rückkehr zu kaufmännischen Grundsätzen im Handels- und Servicegeschäft.

Statt dessen denkt der Großteil nur von hier bis zu seiner Grundstücksgrenze und hechelt staatlichen Subventionen hinterher.

Liebe Leute, lasst uns anfangen, die Qualität unserer Betriebe und Geschäfte zu verbessern, als bei diesen sozialischen Experimenten mitzumachen.


15. Januar 2009 17:41
Sascha Vogt meint:
Wenn ich hier immer wieder lese, dass durch diese Prämie nicht der DEUTSCHEN Autoindustrie geholfen wird, geht mir echt langsam der Hut hoch! Hier bitte ich doch ein wenig weiter zu denken. Die Arbeitsplätze in der deutschen Fahrzeugproduktion halte ich für nicht mehr oder weniger gefährdet als vor einem Jahr. Wenn es einem verantwortlichen Manager sinnvoll erscheint, Produktionskapazitäten ins Ausland zu verlegen, wird er das tun. So oder so.
Was aber ist z. B. mit den vielen mittelständigen Zulieferbetrieben? Das sind diejenigen, die von dieser Krise betroffen sind. Diese Unternehmen liefern ihre Komponenten europaweit, für sie ist auch der Kauf von französichen, italienischen oder tschechischen Autos hilfreich.
Was ist mit dem Handel?? Hier geht die Angst um! Hier sind massiv Jobs in Gefahr, und da spielt es herzlich wenig Rolle welches Fabrik draußen dran steht.

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