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Kommentar
Volkswagen besetzt Berlin
von Ralph M. Meunzel
Mit der Neueröffnung des ehemaligen Flagshipstores "Berlin-Zentrum" von Burkhard Weller in der Franklinstraße am 6. Oktober erweitert Volkswagen seine Retail-Aktivitäten in der Bundeshauptstadt. Zum Event werden unter anderem Konzernchef Martin Winterkorn und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit erwartet. Die Investition dürfte sich auf 22 Millionen Euro belaufen. Mit dem neuen Betrieb baut VW sein Einzelhandelsengagement weiter aus. Auch wenn dies nach Werksangaben nur den Zweck hat, die für den Absatz wichtigen Standorte zu sichern und man lieber selbständige Händler installieren würde, ist der Autobauer faktisch dabei, eine Niederlassungsstruktur zu installieren. Das schafft zwangsläufig Konkurrenz zur bestehenden Händlerorganisation. Die Eduard-Winter-Gruppe mit ihren 22 Filialen wurde 2006 vom Marktführer übernommen. Die Wolfsburger haben inzwischen zahlreiche deutsche Metropolmärkte mit eigenen Betrieben durch Übernahmen besetzt. Kein Standort ist allerdings in der Lage, schwarze Zahlen zu schreiben. Dies scheint insgesamt ein Attribut von Niederlassungen der Hersteller zu sein. Peugeot ist beispielsweise dabei, sein Engagement schrittweise abzubauen. BMW hat mit der Automag in München einen Betrieb völlig unabhängig von der Niederlassung installiert. Bei Volkswagen sind Verhandlungen mit einem weiteren Großbetrieb in München bereits im Gang. Im Zuge der Erweiterung hat sich VW entschieden, seine 58 Retail-Filialen mit einem einheitlichen Outfit auszustatten. So lautet die Kennzeichnung künftig beispielsweise "Volkswagen Automobile Berlin". Vor dem Hintergrund der Eingliederung von Porsche ist Volkswagen mit den Unternehmen Porsche Inter Auto (PIA), Österreich, und der französischen Multimarkenwelt PGA jetzt der größte europäische Autohändler. Man darf also gespannt sein, in welcher Form die Volkswagen Retail integriert wird – oder nicht. AUTOHAUS hat sich am vergangenen Wochenende bereits in der Franklinstraße umgesehen. Die VW-Signalisation prangt bereits an der Fassade, die Autos warten auf Kunden, und die Verkäuferbüros sind bezugsfertig. Die Fotos dazu finden Sie unten.
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(Foto: AH)
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