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Volkswagen Financial trägt 60 Prozent des Restwertrisikos
Von Doris Plate
Im Durchschnitt übernimmt Volkswagen Financial 60 Prozent des Restwertrisikos der Händler. Das teilte Lars-Henner Santelmann am Donnerstag anlässlich der Pressekonferenz der Volkswagen Financial in Frankfurt mit. Der Vertriebsvorstand der Bank legte Wert darauf, dass die Händler drei Möglichkeiten bei den Leasinggeschäften hätten und keineswegs verpflichtet seien, die Fahrzeuge zurückzunehmen. Santelmann sprach sich aber auch dagegen aus, dass die Captive, etwa wie die Mercedes-Bank, das Risiko komplett übernimmt. Es gäbe durchaus Händler, die das Geschäft sehr erfolgreich betreiben würden. Die Volkswagen Financial selbst hat 133 Millionen Euro an Restwertrisiken abgeschrieben. Das sind 55 Millionen mehr als im Vorjahr. Gleichzeitig hat die Bank die Risikovorsorge für das kommende Jahr von 350 auf 654 Millionen Euro beinahe verdoppelt. Im letzten Jahr haben nach Angaben der Bank weniger als 50 Händler im Volkswagen-Konzern Insolvenz angemeldet. Vorstandsvorsitzender Frank Witter bezeichnete es als die Aufgabe der Bank, die Profitabilität der Händler nachhaltig sicherzustellen. Als Stellschraube sah Witter hier vor allem die Standards der Händlerbetriebe. Messlatte müsse sein, was der Kunde wirklich brauche. "Profitable Händler produzieren zufriedene Kunden." Der Volkswagen Financial Services AG ist es im Geschäftsjahr 2009 gelungen, trotz der anhaltenden Wirtschaftkrise, weiter zu wachsen. Die Bilanzsumme des größten automobilen Finanzdienstleisters Europas erhöhte sich um 5,2 Prozent auf 60,29 Milliarden Euro. Mit 554 Millionen Euro lag das Vorsteuerergebnis im vergangenen Jahr rund 30 Prozent unter dem Ergebnis des Vorjahres – vor allem bedingt durch die gestiegenen Risikokosten – jedoch im Rahmen der Erwartungen. "Mit Blick auf die Märkte und unser Wettbewerbsumfeld sind wir mit dem erzielten Ergebnis zufrieden. Wir haben unsere Chancen im Markt aktiv und konsequent genutzt", kommentierte Witter. Für das kommende Geschäftsjahr erwartet der Vorstand der Volkswagen Financial Services AG eine insgesamt stagnierende Volumenentwicklung vor allem in den saturierten Märkten. Deutliche Chancen werden jedoch in den von VW identifizierten Wachstumsmärkten wie zum Beispiel China und Indien gesehen. Anstieg der gewerblichen Nachfrage Santelmann diagnostizierte zudem in den ersten Monaten dieses Jahres bereits einen deutlichen Anstieg der gewerblichen Nachfrage im Flottenbereich in Deutschland. Das Leasinggeschäft soll zum Beispiel durch Full-Service-Flottenmanagement weiter gestärkt werden. Mit kundenspezifischen Mobilitätsangebote wie "Professional Class" für Ärzte, Bäcker, Handwerker und Rechtsanwälte würden auch in diesem Kundensegment die Vorteile aus dem Großkundenleasing zugänglich, wie etwa die Wartung- und Verschleißaktion oder die Tank- und Servicekarte. Im Gebrauchtwagengeschäft nannte Witter das Ziel der Marktführerschaft bei der Wiedervermarktung junger Gebrauchtwagen – das heißt Konzernfahrzeuge bis vier Jahre.
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(Foto: Doris Plate/AUTOHAUS)
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