Freitag, 25.05.2012
02.12.2011
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Chevrolet Volt

Vom Hoffnungsträger zum Sorgenkind
Von Daniel Schnettler, dpa

Für den US-Autoriesen General Motors sollte der Chevrolet Volt der ganz große Wurf werden. Als einer der ersten Hersteller überhaupt schickte der Konzern einen Elektrowagen in Großserie auf die Straße: den Chevrolet Volt und für Europa den weitgehend baugleichen Opel Ampera. Die Kritiker überschlugen sich mit Lob, die Konkurrenz blickte neidisch auf die alltagstaugliche Limousine. Ein Prestigeerfolg für das Unternehmen, das lange eher für fette Spritschlucker bekannt war.

Doch die Euphorie ist inzwischen ein Stück weit verflogen: Nicht nur, dass der Chevrolet Volt weniger Fans findet als erwartet. Nun muss sich GM auch noch damit herumschlagen, dass nach Crash-Tests in den USA Feuer ausgebrochen sind. Die Sache bewegt selbst die Kollegen in Rüsselsheim: Das Auto wird hierzulande im Wesentlichen unverändert als Opel Ampera angeboten. "Die Auslieferung an die Kunden verzögert sich leicht", sagte ein Opel-Sprecher am Freitag auf Anfrage. Mehr als 6.000 Vorbestellungen lägen aus ganz Europa vor. Der Sprecher versicherte: "Der Ampera ist sicher." Von Anfragen besorgter Kunden wisse er nichts, und wenn dann würde Opel auf die Sorgen eingehen.

Was war passiert? Die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA hatte den Volt schon im Mai einem Crash-Test unterzogen. Der Wagen wurde von der Seite gerammt. Soweit war alles im grünen Bereich, und das Auto erhielt sogar fünf Sterne für die Sicherheit. Der demolierte Wagen stand mehr als drei Wochen lang unbeachtet in der Ecke herum - bis plötzlich Feuer ausbrach. Wie die NHTSA nach dem Löschen des Brandes feststellte, war das Kühlsystem für die Lithium-Ionen-Batterie bei dem Aufprall beschädigt worden. Mit der Zeit erhitzte sich der Akku. Bei weiteren Crash-Tests schlugen teils schon nach Stunden Funken aus dem beschädigten Batteriepack. Die NHTSA machte den Vorfall im November öffentlich und leitete eine Untersuchung ein.

Der Vorfall kommt zur Unzeit. Der Markt der Elektroautos beginnt gerade erst anzulaufen. Nur wenige Hersteller wie Nissan mit dem kompakten Leaf haben bereits ein Serienfahrzeug auf der Straße. Oder GM mit seinem Volt. Ein deutscher Autobauer sieht sich in seinem Zögern bestätigt: "Uns ist es lieber, wenn wir ein oder zwei Jahre später auf den Markt kommen und dann mit ausgereifter Technik", heißt es hinter vorgehaltener Hand. "Das erwarten unsere Kunden von uns."

Schadensbegrezung auf höchster Ebene

GM-Konzernlenker Daniel Akerson müht sich höchstpersönlich um Schadensbegrenzung. GM bietet besorgten Kunden an, den Volt zurückzukaufen oder auf einen Leihwagen umzusteigen, bis die Sache mit dem Feuer restlos aufgeklärt ist und möglicherweise die Konstruktion geändert wird. Nur eine Handvoll Kunden haben das Leih-Angebot bislang angenommen. Denn der Volt ist bei seinen Fahrern überaus beliebt, wie die einflussreiche Verbraucherzeitschrift Consumer Reports gerade erst feststellte. Zudem ist es im realen Straßenverkehr auch noch zu keinen Bränden gekommen.

Bis zum November wurde GM im Heimatmarkt dennoch gerade einmal 6.142 Volt los und verabschiedete sich von seinem Ziel, 10.000 im Gesamtjahr absetzen zu wollen. Das dürfte am Preis von rund 40 000 Dollar plus Steuern liegen. Eine vergleichbar große Limousine mit konventionellem Antrieb kostet die Hälfte. In Deutschland schlägt das Schwestermodell Ampera sogar mit 42.900 Euro zu Buche. Die meisten Autokäufer dürfte die Aufregung um brennende Elektrowagen damit von vornherein kalt lassen. (dpa)

 
 

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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

05. Dezember 2011 17:30
Tom To meint:
@Franz Müller
Wenn ich, wie ca. 80% der deutschen Autofahrer meine 50 km am Tag fahre, dann nutze ich das Fahrzeug zu 100% als Elektrofahrzeug, der Range Extender setzt erst bei meinen Urlaubsfahrten und vielleicht mal stattfindenden Wochenendausflügen ein.
Die "anderen" Elektrofahrzeuge die klein, sehr "formschön" ;-) und dafür unbrauchbar sind kosten ca. 35.000 €, dazu bräuchte ich also noch ein zweites Fahrzeug.
40.000 € ist viel Geld keine Frage, aber innovative Technologie hat eben ihren Preis und in der Mittelklasse gibt es einige Fahrzeug die auch in dem Preisbereich liegen.


05. Dezember 2011 14:17
A. Aslau meint:
Auch ich, als ausdrücklich NICHT bekennender Opel-Fan (um das mal vorsichtig auszudrücken) halte die Meldung und deren Aufmachung sowie die Sache generell für absolut lächerlich.
Ein gecrashtes Fahrzeug geht drei Wochen nach eingetretenem Totalschaden in Flammen auf - na und ?

Das kann man doch wohl beim besten Willen nicht dem Hersteller oder der Technologie in die Schuhe schieben.

Eher scheint mir da ein Fehlverhalten der NHTSA vorzuliegen.

Und wenn bei weiteren Tests Stunden und Tage später wiederum "Funkenflug" zu erkennen ist - wo ist das Problem ?

Die Fahrer-/Beifahrer sind anscheinend anerkannt gut geschützt worden, das Fahrzeug ist Totalschaden nach einem solchen Aufprall und somit ist das Thema eh durch.

Ob bei einer noch höheren Aufprallgeschwindigkeit das Fahrzeug sofort brennen würde, erübrigt sich.
Ich möchte dann sowieso nicht wissen, wie es den Mitfahrern ergehen würde.

Zudem es viel zu viele Fahrzeugbrände bei den herkömmlichen Antriebsmethoden gibt, bei denen Menschen zu schaden kommen.

Also mal ruhig mit den Pferden - man kann alles übertreiben.


05. Dezember 2011 13:13
egon sunsamu meint:
War nicht das deutsche Wunder-Elektroauto mit angeblich 600 km Reichweite auch samt Halle abgebrannt?
Und es war nicht einmal gecrasht....
Ich bin sicher, ich werde so ein Auto weder in meiner Garage noch in der Einfahrt abstellen wollen.
Ausserdem fehlen für die flächendeckende Öko-Stromversorgung in Deutschland noch ca. 274.000 Windräder...

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