Samstag, 26.05.2012
16.01.2008
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Streit mit Porsche

VW-Betriebsratschef strebt außergerichtliche Lösung an

Im Streit um Mitbestimmung zwischen den Betriebsräten von VW und dem Großaktionär Porsche setzt VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh auf eine außergerichtliche Lösung. "Wir führen derzeit Gespräche. Ich hätte nichts dagegen, wenn wir eine außergerichtliche Einigung erzielen. Aber das muss man abwarten", sagt Osterloh der Wochenzeitung "Die Zeit". Der Stuttgarter Sportwagenbauer wollte am Mittwoch den Vorstoß aus Hannover nicht kommentieren. Betriebsratschef Uwe Hück hatte jedoch bereits am Wochenende in der "Pforzheimer Zeitung" die Hoffnung geäußert, mit seinem Amtskollegen doch noch zu einem außergerichtlichen Kompromiss zu kommen. Am 14. Februar soll vor dem Arbeitsgericht Stuttgart verhandelt werden. Der VW-Betriebsrat sieht sich durch eine Mitbestimmungsvereinbarung bei der Gründung der Holdinggesellschaft Porsche SE in seinen Rechten beschnitten und hatte dagegen geklagt (wir berichteten). Im Kern geht es bei dem erbittert geführten Streit darum, dass die Mitbestimmungsvereinbarung aus Sicht des VW-Betriebsrats zu Lasten der VW-Belegschaft geht. Falls Porsche seinen 31-Prozent-Anteil an Volkswagen auf über 50 Prozent ausbaut, wäre VW Teil der Porsche- Holding. Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück und Porsche-Chef Wendelin Wiedeking hatten vereinbart, dass nach einer VW-Übernahme im Aufsichtsgremium der Holding je drei Porsche- und drei VW-Arbeitnehmervertreter sitzen. Dabei beschäftigt VW viel mehr Mitarbeiter als Porsche. Auf Wunsch von VW hatte es dann im Dezember ein informelles Treffen mit Vorständen und Betriebsräten der beiden Autokonzerne in Stuttgart gegeben. "Was mich antreibt, ist nicht mehr und nicht weniger als Gerechtigkeit. Denn es geht um die Rechte von 324.000 VW-Beschäftigten, die in der bisherigen Mitbestimmungsvereinbarung im Vergleich zu den 11.500 Porsche-Leuten nicht ausreichend berücksichtigt sind", sagt Osterloh der Wochenzeitung. Er nahm Porsche-Großaktionär und VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch ausdrücklich von seiner Kritik an dem Vorgehen von Porsche aus: "Wir sind mit Herrn Piëch bei Volkswagen in den letzten Jahren gut gefahren. An den Verhandlungen zur Mitbestimmungsvereinbarung war Herr Piëch übrigens nicht beteiligt." Die 2007 gestiegenen Gewinne bei VW gehen nach Osterlohs Meinung vor allem auf den Verzicht der Belegschaft zurück: "Denn die glänzenden Zahlen sind vor allem ein Ergebnis der Tarifrunden 2004 und 2006", sagt er. Damals hatten Mitarbeiter Mehrarbeit ohne Lohnausgleich zugestimmt und auf Gehaltszuwächse verzichtet. "Das hat jährlich mindestens zwei Milliarden Euro eingespart", sagte Osterloh. (dpa)

 
 
 
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