Samstag, 26.05.2012
01.12.2009
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Karmann

VW erwägt stärkeres Engagement in Osnabrück

Volkswagen erwägt ein stärkeres Engagement an seinem künftigen Standort Osnabrück. "Wir prüfen, den Fortbestand der Karmann-Entwicklungsabteilung über die neu zu gründende Volkswagen-Osnabrück GmbH auf Auftragsbasis zu sichern", sagte ein VW-Sprecher am Dienstag in Wolfsburg. VW übernimmt mit Immobilien und Maschinen Kernteile des insolventen Autozulieferers Karmann und baut an seinem neuen Standort in Osnabrück künftig ein neues Golf-Cabrio. Die "Financial Times Deutschland" hatte berichtet, eine Zusammenarbeit mit der insolventen Karmann GmbH könnte über Aufträge laufen, VW werde auch die Forschungs- und Entwicklungsabteilung übernehmen. Diese Darstellung wurde in Wolfsburg aber zurückgewiesen. Ein Sprecher des Karmann-Insolvenzverwalters Ottmar Hermann sagte, dass es erst noch Gespräche zwischen VW und dem insolventen Unternehmen darüber geben müsse, welche Aufträge Karmann für Volkswagen übernehmen könnte. "Es ist gut, wenn der Teufelskreis der Insolvenz durchbrochen wird und endlich ein namhafter Automobilhersteller unserer Firma neue Aufträge gibt", sagte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Gerhard Schrader. Das sei ein sehr gutes Zeichen. Die Leistungsfähigkeit der technischen Entwicklung bei Karmann sei den Herstellern zwar bekannt, bislang aber hätten die Autokonzerne wegen der Insolvenz keine neuen Aufträge vergeben, so Schrader. "Das wäre ein positives Signal. Dann könnten auch andere wiederkommen." Damit könnte es wieder eine Chance geben, aus der Insolvenz herauszukommen. "Das kann man nur machen, wenn man Aufträge hat, die längerfristig sind." Weitere Verhandlungen mit potenziellen Investoren VW will die insolventen Betriebsteile von Karmann nicht übernehmen, sondern eine eigene Tochtergesellschaft am Standort Osnabrück gründen (wir berichteten). Nur Immobilien und Maschinen gehen von den nicht insolventen Karmann-Eigentümern an den Wolfsburger Autokonzern über. Damit verhindert VW, Karmann-Beschäftigte automatisch mitübernehmen zu müssen. Wer bei VW in Osnabrück arbeiten will, muss sich neu bewerben. Aus Sicht von Branchenkennern ist eine Übernahme des insolventen Zulieferers auch gar nicht notwendig, denn VW kann Dienstleistungen - wie schon vor der Insolvenz - bei Karmann einkaufen. Schon das würde der insolventen Karmann GmbH enorm helfen. An dem Bereich Dachsysteme hat VW kein Interesse. Hermann verhandelt aber mit der Magna-Tochter CTS und dem spanische Zulieferer CIE als potenziellen Investoren. (dpa)

 
 
 
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KOMMENTARE ZUM ARTIKEL

01. Dezember 2009 15:00
E.Kühlwetter (wallibelli) meint:
Nun weiß ich auch, wo das künftige "Funcar" meiner Frau gebaut wird.
Es ist ja kein Geheimnis mehr, dass der Bluesport-Mittelmotor-Roadster
ab 2012 auf der neuen modularen Plattform in Serie geht. Ein ideales Projekt für Karmann.

Ein Jahr bevor der Karmann Ghia 1974 eingestellt wurde, machte meine Frau ihren Führerschein. Das Ghia Cabrio war damals, wie für viele andere Frauen ihr Traummauto. Voriges Jahr zeigte sie mir ein Foto vom Bluesport mit der Bemerkung, bei ihr kämen wieder "Karmann Ghia Gefühle" auf. "Liebste, sagte ich zu ihr, Geduld, Geduld erst musst du noch ein paar Jährchen deinen Job machen, ab 2012 kannst du dann deinen Frischluft-Gefühlen freien Lauf lassen." Als ich ihr vorige Woche sagte, das Auto werde wahrscheinlich bei Karmann gebaut, meinte sie: "Dann muss der neue Roadster auch >Karmann-Ghia< heißen." Ich runzelte skeptisch die Stirn. Sie erwiederte ganz trocken: "Wenn BMW das Kultauto Mini erfolgreich wiederbeleben kann, muss das VW das auch können."

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