Samstag, 26.05.2012
08.02.2012
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IG Metall

VW-Plus von 6,5 Prozent "mehr als berechtigt"

Erstmals seit mehr als 20 Jahren fordert die IG Metall für die VW-Beschäftigten wieder eine Tariferhöhung auf dem Niveau der gesamten Metall- und Elektrobranche - 6,5 Prozent mehr Geld sind aus Sicht der Gewerkschaft überfällig. "Volkswagen ist in einer außergewöhnlich guten Lage. Das Unternehmen verdient ordentlich, die Belegschaft leistet weiter Mehrarbeit und Wochenendschichten, um überhaupt die Produktion zu schaffen. Ein Plus von 6,5 Prozent wäre daher mehr als berechtigt", sagte Bezirkschef Hartmut Meine am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur in Hannover.

"Viele Mitarbeiter sagen: Der Laden brummt, also muss bei uns etwas rüberkommen", berichtete Meine aus seinen Beratungen mit den Betriebsräten der sechs westdeutschen Werke und der VW-Finanztochter. Die Gespräche für die rund 100.000 Beschäftigten starten im Mai. Die Flächenverhandlungen beginnt der Bezirk Niedersachsen/Sachsen-Anhalt zusammen mit Baden-Württemberg und der Region Mitte (Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland) dagegen bereits am 6. März.  Der Vorstand der IG Metall hatte am Dienstag die bereits zuvor artikulierte Entgeltforderung von "bis zu 6,5 Prozent" bei einer kurzen Laufzeit von zwölf Monaten bekräftigt. Die Arbeitgeber bezeichneten die Forderungen als nicht nachvollziehbar.

Meine sagte, man dürfe die vergleichsweise hohe Forderung für den VW-Haustarif nicht gegen die Erfolgsboni bei Europas Branchenführer aufrechnen: "Das sind punktuelle Leistungen, die nicht in die Tariftabelle eingehen." Zehn Prozent des operativen Ergebnisses der Marke VW-Pkw werden an die Belegschaft ausgeschüttet. "Das soll die Sondersituation eines Top-Jahres wie 2011 wiedergeben", sagte Meine.

"Tariferhöhung wie bei anderen Autobauern und Zulieferern"

"Wir wollen bei Volkswagen aber auch langfristig denselben Prozentsatz der Tariferhöhung wie bei anderen Autobauern und Zulieferern durchsetzen", ergänzte er. Zudem liege der Zeitpunkt der Verhandlungen diesmal dicht an der Flächenrunde: "Jetzt gibt es die Chance, dass die IG-Metall-Mitglieder bei VW stärker mitdebattieren." Bei Töchtern wie dem Sitzhersteller Sitech, der Autostadt, der Autovision und der VW-Qualifizierungsgesellschaft gibt es eigene Tarife - das Grundentgelt der Leiharbeiter ist aber an VW gekoppelt.

Allgemein müssten die Betriebsräte in der ganzen Metall- und Elektroindustrie mehr Einfluss bei der Leiharbeit bekommen, verlangte Meine: "Leider stellen wir oft großen Missbrauch fest." Manche Firmen setzten Leiharbeiter über ein Jahr lang, in Einzelfällen bis zu elf Jahre ein - und zahlten bis zu 30 Prozent weniger.

Auch bei der zweiten qualitativen Kernforderung für die Branche - der unbefristeten Übernahme ausgelernter Azubis - will die IG Metall Kurs halten. Am Ende sei mit der Gewerkschaft nur eine "Paketlösung" zu machen, in der Entgelt, Azubi-Übernahme, Leiharbeit und bessere Qualifikation für benachteiligte Jugendliche enthalten seien. "Eine Abkoppelung einzelner Punkte werden wir nicht zulassen." (dpa)

 
 
 
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