VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh hat von den Eigentümern der Stuttgarter Sportwagenschmiede Porsche eindringlich Klarheit über die Pläne nach einer Machtübernahme bei dem Wolfsburger Autobauer gefordert. "Die VW-Beschäftigten im In- und Ausland wollen wissen, wie sich die Porsche-Eigner die gemeinsame Zukunft von Volkswagen und Porsche vorstellen", sagte Osterloh der "Berliner Zeitung". Ein Unternehmen könne man nicht gegen den Willen der Belegschaft übernehmen, fügte er hinzu. "Das geht nur mit den 324.000 Frauen und Männern bei Volkswagen." Nach dem Streit um Mitbestimmung, Äußerungen von Porsche-Chef Wendelin Wiedeking über "heilige Kühe" bei VW und Spekulationen über eine Zerschlagung des Konzerns brodele es in der Belegschaft, sagte Osterloh. "Konfrontation kann keine Basis für eine konstruktive Zusammenarbeit sein." Bereits seit Wochen kämpfen die VW-Beschäftigten um eine angemessene Beteiligung in einem künftigen Großkonzern VW/Porsche. Eine Vereinbarung über die Mitbestimmung in der geplanten Holding, in der Porsche seine VW-Beteiligung ansiedeln will, war ohne Mitwirkung des VW-Betriebsrates geschlossen worden. Die VW-Betriebsräte sehen sich nicht angemessen beteiligt und pochen auf mehr Mitspracherechte. VW-Betriebsratssprecher Gunnar Kilian wies einen Bericht der Zeitung "Automobilwoche" zurück, wonach sich in dieser Streitfrage ein Kompromiss anbahnt: "Das ist genauso wenig wahr, wie alle anderen Spekulationen vom Wochenende", sagte er. Ein Gespräch der Kontrahenten in der IG Metall-Zentrale in Frankfurt am Main war in der vorigen Woche ohne Erfolg geblieben. Der künftige IG Metall-Chef Berthold Huber möchte den Zwist möglichst rasch und geräuschlos beenden. (dpa)
VW/Porsche: Betriebsrat will Klarheit über gemeinsame Zukunft
"Übernahme geht nur mit den 324.000 Frauen und Männern bei Volkswagen"