VW rechnet mit Gewinn in China

20.11.2006 11:01 Uhr
VW präsentiert in Schanghai den "Neeza".

"Haben aus unseren Fehlern gelernt" / Auch Audi und BMW sehen sich auf Kurs

Volkswagen hat in China den Umschwung geschafft und macht wieder Gewinne. Nach einem Anstieg des Absatzes um 28 Prozent seit Jahresanfang sagte Markenchef Wolfgang Bernhard am Samstag auf der internationalen Autoausstellung in Peking: "Wir waren in der Lage, den Abwärtstrend zu stoppen, und haben sogar eine Kehrtwende gemacht." China sei einer der wichtigsten Märkte für Volkswagen. Nirgendwo änderten sich die Bedingungen so schnell. Die Anforderungen der Kunden nähmen zu. "Wir haben aus unseren Fehlern gelernt." Der Pkw-Marktführer in China habe sein geplantes Verkaufsziel von 600.000 Autos für das ganze Jahr bereits in diesem Monat erreicht, berichtete China-Chef Winfried Vahland. Nachdem im Vorjahr in China ein Verlust von 17 Mio. Euro hingenommen worden war, rechnet Vahland jetzt wieder mit einem operativen Gewinn von 75 Mio. Euro. China sei nach Deutschland der zweitwichtigste Markt für Volkswagen. Der Marktanteil habe sich bei 17 Prozent stabilisiert. Auf der Auto China präsentierte das Gemeinschaftsunternehmen von Volkswagen in Schanghai in einer Weltpremiere das erste in China entwickelte Konzeptauto Neeza, eine moderne Mischung aus Coupé und Kombi. Der andere Joint Venture-Partner in Changchun stellte ein Magotan genanntes chinesisches Passat-Modell vor. Die Messe, die zu den fünf größten der Welt gehört, nutzte Skoda für seinen Markteintritt in China und stellte den Octavia vor, der künftig im Volkswagen-Joint-Venture in Schanghai gebaut wird. Audi und BMW legen zu Gute Ergebnisse meldete auch VW-Tochter Audi, deren Absatz in China in den ersten zehn Monaten um 60 Prozent zulegte. 65.950 Einheiten wurden verkauft. Konkurrent BMW meldete einen Zuwachs in dem gleichen Zeitraum von 53 Prozent auf 28.000 in China verkaufte Autos. Vorstandsmitglied Michael Ganal zeigte sich zuversichtlich, dass BMW den Trend mit neuen Modellen fortsetzen könne. Auf der Messe stellte BMW eigens für China entwickelte Langversionen der 5er-Reihe vor, die um 14 Zentimeter verlängert wurden, um Fahrgästen hinten mehr Raum zu bieten. Damit richtet sich BMW nach den Kundenwünschen in China, wo Autos in der Oberklasse häufig von Chauffeuren gefahren werden. Die langen 5er-BMWs werden im Joint Venture in Shenyang gebaut und sollen nur etwas teurer als die bisherigen Modelle werden, aber besser ausgestattet sein. (dpa)

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