VW startet gut ins Jahr

18.04.2007 11:00 Uhr
Das Ergebnis nach Steuern stieg im ersten Quartal auf 740 Mio. Euro.

Gewinnsprung im ersten Quartal / Ergebnis nach Steuern stieg im Vergleich zum Vorjahr um mehr als das Doppelte

Volkswagen ist mit einem Gewinnsprung ins neue Jahr gestartet. Das Ergebnis nach Steuern stieg im ersten Quartal 2007 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als das Doppelte auf 740 Mio. Euro. Dies teilte Volkswagen am Mittwoch in Wolfsburg mit, einen Tag vor der Hauptversammlung in Hamburg. Damit erntete der neue Konzernchef Martin Winterkorn die Früchte des unter seinem Vorgänger Bernd Pischetsrieder eingeleiteten harten Restrukturierungskurses bei der Kernmarke VW. Der frühere Audi-Chef Winterkorn hatte Pischetsrieder zu Jahresanfang vor allem auf Betreiben des mächtigen VW-Aufsichtsratschefs Ferdinand Piëch abgelöst. Piëch soll am Donnerstag zunächst von der Hauptversammlung erneut in den Aufsichtsrat und von diesem dann zum Vorsitzenden des Kontrollgremiums gewählt werden. Seine Wahl gilt als sicher. Die Rolle Piëchs als VW-Aufsichtsratschef und Miteigentümer des größten VW-Aktionärs Porsche ist allerdings nach wie vor umstritten. Vertreter von Aktienfonds dürften bei der Hauptversammlung heftige Kritik an Piëch äußern. Wie bereits am Dienstag bekannt gegeben, erzielte der VW-Konzern im ersten Quartal unter Verantwortung Winterkorns einen Absatzrekord. Volkswagen lieferte in den ersten drei Monaten 2007 weltweit 1,47 Mio. Fahrzeuge aus, ein Plus von 7,9 Prozent. Sämtliche Konzernmarken haben demnach ihre Verkäufe gesteigert (wir berichteten). Der Konzernumsatz wuchs von Januar bis Ende März um 5,1 Prozent auf 26,6 Mrd. Euro. Das operative Ergebnis vor Sondereffekten stieg um fast 58 Prozent auf rund 1,1 Mrd. Euro. Der vollständige Zwischenbericht zum ersten Quartal wird am 2. Mai veröffentlicht. Nach VW-Darstellung sind die "hohen positiven" Veränderungsraten des ersten Quartals vor dem Hintergrund der relativ niedrigen Vergleichswerte im ersten Quartal 2006 zu sehen. Dabei hätten die "Restrukturierungserfolge" bereits in den Folgequartalen 2006 zu höheren Ergebnissen geführt. Betriebsratschef kritisiert Ex-Manager Zur Sanierung der Kernmarke VW, die anders als Audi und die Finanzdienstleistungssparte in den vergangenen Jahren ertragsschwach war, hatte Volkswagen tausende von Stellen abgebaut. Zudem war die Arbeitszeit in den westdeutschen VW-Werken deutlich erhöht worden, ohne Lohnausgleich. Pläne des als harten Sanierers bekannten früheren VW-Markenchefs Wolfgang Bernhard, der Werksschließungen erwogen hatte, waren dem mächtigen Betriebsrat aber zu weit gegangen. VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh äußerte kurz vor der Hauptversammlung erneut heftige Kritik an Bernhard und Pischetsrieder. Dabei ging es konkret um den neuen Golf. Winterkorn hatte nach seinem Amtsantritt angekündigt, das Design des wichtigsten VW-Modells ändern zu wollen. Osterloh sagte dem "Handelsblatt" (Donnerstagsausgabe), Testpersonen hätten den ursprünglich geplanten Golf nicht zweifelsfrei als Volkswagen identifizieren können. "Ihm fehlte das unverwechselbare Gesicht", sagte Osterloh. Der nun überarbeitete neue Golf könnte zwar in der Entwicklung etwas teurer werden, er repräsentiere aber eher das, was den Anspruch des Golfs ausmache. Der neue Golf soll 2008 auf den Markt kommen. Trotz des Gewinnsprungs im ersten Quartal hielt Volkswagen an seiner Prognose für das Gesamtjahr fest. Der Autobauer geht nach wie vor davon aus, dass das operative Ergebnis 2007 voraussichtlich über dem operativen Ergebnis vor Sondereinflüssen des Vorjahres liegt. Unterdessen erhöhte Volkswagen im Poker um eine Lkw-Allianz zwischen dem Münchner MAN-Konzern, dem schwedischen Lastwagenbauer Scania sowie VW seinen Einfluss weiter. Der Stimmrechtsanteil bei Scania beträgt nun 36,4 Prozent. (dpa)

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