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Michael Lamlé während der Händerlverbands Vollversammlung.
Zukunftspläne
VW- und Audi-Händlerverband lud zur Vollversammlung
von Bernd Dohrmann
Mehr als 1.100 VW- und Audi-Händler waren der Einladung ihres Händlerverbands zur Vollversammlung am 10. Juni nach Mainz in die Rheingoldhalle gefolgt. Dieses Interesse hatte Gründe: Schon in der Begrüßung betonte Michael Lamlé, Vorsitzender des Volkswagen und Audi Händlerverbands, dass sich nach den unbefriedigenden Ergebnissen 2007 auch in den ersten fünf Monaten 2008 noch keine grundlegende Trendwende abzeichne. Zudem hatte der wenig Hoffung machende Bewertungsbericht der EU-Kommission zur auslaufenden GVO die Branche aufgeschreckt. Und Audi hatte die europaweite Kündigung sämtlicher Audi-Serviceverträge zum 30. Juni angekündigt (wir berichteten). Neues Geschäftsmodell Zur aktuellen Situation führten Lamlé sowie die Beiratssprecher Claus Lohse (VW Pkw), Wolfgang Volpert (Audi) und Heinrich Jacobi (VW Nutzfahrzeuge) aus, dass die Entwicklung 2007/08 keine Ausnahme sei: Eine durchschnittliche Umsatzrendite von 0,2 Prozent (VW-Händler) und 0,3 Prozent (Audi-Partner) bedeute ein historisches Tief. Selbst die exklusiven Audi-Händler verbuchten nur eine Rendite von 0,7 Prozent. Trotz gestiegener Verkaufszahlen sei 2008 keine Trendwende in Sicht. Lamlé: „Die Ergebnisse bis Mai 2008 liegen zwar über denen von 2007, dem Niveau von 2006 laufen wir aber deutlich hinterher.“ Der Anteil der VW-/Audi-Händler, die in den ersten Monaten 2008 rote Zahlen schrieben, sank von 63 auf 61 Prozent. Parallel zur Kaufzurückhaltung kommen mit den Vertriebsstrategien „Mach18“ für 2018 bei Volkswagen und 2015 bei Audi neue Anforderungen auf das Netz zu. Vor diesem Hintergrund ist der Verband seit Ende 2007 im Gespräch mit dem VW-Konzernvorstand, um mit einem grundsätzlich neuen Geschäftsmodell der Zusammenarbeit zwischen Hersteller und Netz neue Chancen für beide Seiten zu öffnen. Lamlé: „Ziel ist es, einerseits die Voraussetzungen für eine Realisierung der Hersteller-Strategien auf dem deutschen Markt zu schaffen und andererseits dem Handel wieder angemessene Ertrags-Chancen zu eröffnen.“ Die aktuelle Kapitalverzinsung von 3,4 Prozent bei den Händlern sei nicht mehr tragbar. Wichtig ist dem Verband, dass sich für Hersteller und Netz eine „Win-win-Situation“ ergibt. Im erarbeiteten Konzeptvorschlag soll die Rendite für beide Partner der entscheidende Indikator sein und jede Seite ihre originären Kosten selbst tragen. Im Mittelpunkt des Handelns sollen auf jeden Fall Kundenbezug und Kundenbindung stehen. Die Produktion für den heimischen Markt soll nachfrage-orientiert erfolgen, konkurrierende Vertriebswege sollten dabei aufgegeben werden. Lamlé: „Entsprechend der Kundenerwartungen sind auch neue Vertriebs- und Service-Formate zu entwickeln. Entscheidend ist, dass der Handel für den Hersteller der wichtigste Vertriebskanal ist und bleibt.“ Ausdrücklich betont wird aber, dass Verhandlungen über ein zukunft-gerichtetes Geschäftsmodell nicht aus einer Rückenlage des Handels erfolgen dürfe.
// Lesen Sie weiter auf Seite 2: GVO-Perspektiven
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(Foto: Bernd Dohrmann / AH)
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