VW und Porsche sind im seit Monaten tobenden Mitbestimmungsstreit wieder auf Konfrontationskurs. VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh warnte in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur vor einem Scheitern der Vereinbarung und forderte endlich Bewegung aus Zuffenhausen. Sein Amtskollege bei Porsche, Uwe Hück, machte im Gegenzug VW-Aufsichtsratsvize und Ex-IG Metall-Boss Jürgen Peters für die verfahrene Situation verantwortlich. "Es geht hier um die Rechte unserer mehr als 360.000 Kollegen, die nicht beliebig verhandelbar sind", sagte Osterloh. Porsche müsse sich endlich zu einer Lösung durchringen. "Ich bin weiter an einer Einigung interessiert, aber aus Zuffenhausen wird ständig Öl ins Feuer gegossen", kritisierte Osterloh. "Wir führen gute und offene Gespräche, in denen wir auch deutliche Kritik äußern können, lesen dann aber wieder Scharfmachereien und Unterstellungen in der Presse. Unter vier Augen wird vernünftig geredet, dann folgen wieder öffentlichkeitswirksame Kraftmeiereien, die Herrn Wiedeking zum Titanen ausrufen." Von Porsche müsse man mehr Disziplin und weniger Eitelkeit erwarten. Porsche-Betriebsratschef Hück betonte, in den Gesprächen mit den VW-Betriebsräten sei man schon oft ganz nah an einer Lösung gewesen, aber dann sei stets noch eine Nachforderung gekommen. "Es sieht danach aus, als würde jemand im Hintergrund alles torpedieren, weil er keine Einigung will", sagte Hück dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Offenbar gehe es um Machtspiele von VW-Aufsichtsratsvize und Ex-IG Metall-Boss Peters: "Ich glaube, Jürgen Peters will keine Einigung", sagte Hück. Die IG Metall müsse klären, wer bei den Verhandlungen zwischen den beiden Autobauern teilnimmt. "Wenn man Jürgen Peters dazu braucht, soll er dazukommen." Dann müsse aber auch Berthold Huber mit an den Verhandlungstisch. Huber hatte Peters im vergangenen Jahr an der Spitze der Gewerkschaft abgelöst.
Mitbestimmung: VW und Porsche wieder auf Konfrontationskurs
VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh forderte in einem Interview endlich Bewegung aus Zuffenhausen. Porsche-Amtskollege Uwe Hück machte im Gegenzug VW-Aufsichtsratsvize und Ex-IG Metall-Boss Jürgen Peters für die verfahrene Situation verantwortlich.