Samstag, 26.05.2012
23.07.2008
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Halbjahresbilanz

VW verdient deutlich mehr

Neue Modelle und konsequente Verbesserung der Kostenstrukturen haben dem Volkswagen-Konzern im ersten Halbjahr 2008 trotz schwieriger Marktbedingungen einen Gewinnsprung beschert. Das operative Ergebnis sei um 21,8 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro gestiegen, teilte der Autobauer am Mittwoch in Wolfsburg mit. Unter dem Strich blieben knapp 2,6 Milliarden Euro, ein Plus gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 31,3 Prozent. "Dies zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind", erklärte VW-Chef Martin Winterkorn. Die VW- Aktienkurs war bereits vor Veröffentlichung der Zahlen erstmals über 200 Euro gesprungen und danach weiter auf über 205 Euro gestiegen. Der Umsatz übertraf mit 56,5 Milliarden Euro den Vorjahreswert um 3,0 Prozent und stieg damit etwas weniger als die Auslieferungen an die Kunden, die weltweit um 5,8 Prozent gegenüber Vorjahr auf 3,3 Millionen Autos zunahmen. Grund für die Differenz seien unter anderem die ungünstigen Währungsbedingungen zum Dollar. Die VW-Spitze rechnet auch für den weiteren Jahresverlauf mit einer positiven Entwicklung. Absatz, Umsatz und operatives Ergebnis sollen über dem Wert des Vorjahres liegen. Die Rahmenbedingungen seien jedoch deutlich schwieriger geworden, führte Winterkorn aus. Unsichere Aussichten für die Weltwirtschaft und rückläufige Zulassungszahlen in Westeuropa und den USA stellten die Branche vor erhebliche Kraftanstrengungen. VW sei aber gut aufgestellt, sagte Winterkorn. Der Konzern werde neue Marktsegmente erschließen und die Modellpalette gezielt ausbauen. Dabei seien Wachstumsregionen für den Konzern vor allem der Asien-Pazifik- Raum, Zentral- und Osteuropa sowie Südamerika. Winterkorn rechnet mit einer Art "Sonderkonjunktur" für VW, wie er bereits vor einigen Tagen deutlich machte (wir berichteten). VW kann sich Marktproblemen nicht entziehen Der Konzernchef stützt seine positiven Erwartungen vor allem auch auf eine Reihe von neuen Modellen. Der Golf Variant und der Tiguan sowie das Audi A3 Cabriolet und der Audi A5 seien sehr positiv im Markt aufgenommen worden, heißt es im Zwischenbericht. Der Golf war in Deutschland 2008 wiederum das meist zugelassene Auto auf dem Pkw-Markt. Der neue Golf VI kommt im Herbst auf den Markt. Und auch der Nachfolger des legendären Scirocco aus den 70er Jahren wird noch in diesem Jahr zu haben sein. Zudem gibt es neue Modellversionen mit sparsameren Motoren. Die Ergebnisse seien deutlich besser als Branchenexperten erwartet hatten, hieß es an der Börse zum zeitweise kräftigen Anstieg des VW- Aktienkurses. Allerdings werde sich der Konzern den gegenwärtigen Marktproblemen nicht gänzlich entziehen können, meint Nord/LB-Autoexperte Frank Schwope. Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch hob die Notwendigkeit anhaltender Kostendisziplin hervor. VW profitiert dabei teilweise noch von einem umfassenden Restrukturierungsprogramm der früheren Führung unter Konzernchef Bernd Pischetsrieder. Fast alle acht Marken im Plus Fast alle acht Konzernmarken konnten im ersten Halbjahr ihr operatives Ergebnis verbessern. Die Marke VW, die lange als ertragsschwach galt, liegt mit knapp 1,3 Milliarden Euro in absoluten Zahlen nahezu gleichauf mit Audi. Sie verbesserte sich gegenüber dem Vorjahr damit um 32 Prozent. Die besten Renditen erzielten Audi, Skoda und Bentley. Sorgenkind Seat verbesserte sich und erreichte ein operatives Ergebnis von 2 Millionen Euro, nach minus sieben Millionen im Vorjahreszeitraum. Kräftig zulegen konnte Volkswagen Nutzfahrzeuge, deren operatives Ergebnis um 94 Millionen auf 215 Millionen Euro wuchs. Der Finanzdienstleistungsbereich übertraf das Niveau des Vorjahres um 12 Millionen und erreichte ein operatives Ergebnis von 523 Millionen Euro. Auch Lamborghini und Bugatti hätten sich gut entwickelt, hieß es. Als neunte Konzernmarke werde der schwedische Lastwagenbauer Scania im zweiten Halbjahr im Konzern konsolidiert. VW hält daran 68,6 Prozent. (dpa)

 
 
 
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